Der Meister der zwei Prozent
TH: Herr Lederer, nach 100 Tagen im Amt haben Sie einen Überblick über Ihr neues Aufgabenfeld. Was sind die Hauptbaustellen derzeit, und was macht Sie gerade am stolzesten?
Klaus Lederer: Es kommt mir schon vor wie 300 Tage. Wenn sich Wahlkämpfe und Regierungsbildung eine Weile hinziehen, sorgt das auch für einen gewissen Bearbeitungsstau.
Unser neues Ministerium, das sich jetzt aus dem Bereich Kultur, dem Bereich Denkmalschutz, dem Europareferat, der Zuständigkeit für Kirchen, Religionen und Weltanschauungen, dem Berliner Büro in Brüssel und dem Musicboard zusammensetzt, muss erst in die volle Arbeitsfähigkeit kommen. Wir mussten jetzt den Nachtragshaushalt und müssen die Vorbereitung des Doppelhaushalts erledigen – ja, es ging gleich richtig los!
Aber das konkret erfreulichste Ereignis war die Rettung des Theaters am Kudamm nach 15 Jahren Hängepartie in einer sehr verfahrenen Situation. Die Fehler begannen eigentlich schon in den 90er Jahren mit dem Verkauf des Grundstücks, gingen weiter mit der Aufgabe der Nutzungsbindung gegen Geld, setzten sich fort mit der nicht offen eingestandenen Tatsache, dass diese Bühnen eben keine Denkmäler sind, weil sie nach dem Zweiten Weltkrieg ...
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Theater heute Mai 2017
Rubrik: Kulturpolitik, Seite 54
von Eva Behrendt, Franz Wille.
Was ist Donald Trump? Ein Performer? Der amerikanische Monologist Mike Daisey jedenfalls sieht eine Verwandtschaft zwischen sich als Performer und dem amerikanischen Präsidenten. Deshalb hat er schon zu Trumps Kandidatenzeit einen Text geschrieben, der seine Recherche-Ergebnisse über Biografie und Umfeld Trumps zusammenfasst. Das Dortmunder Schauspiel hat schnell...
Nun hat der Theatermaler Andreas Kriegenburg sein vorerst letztes Märchen für Frankfurt gefertigt. Hat seine hübschen Schauspieler*innen in pastellfarbene, lichte Kostüme gesteckt und vor eine pittoresk angewitterte Remise gestellt. Man spielt Patrick Marbers «Drei Tage auf dem Land» nach «Ein Monat auf dem Lande» von Turgenjew, etwas Russisches also von heiterer...
Auf der Liste der besten Tschechow-Figuren, die nicht von Tschechow sind, dürfte der Frauenarzt Dr. Benrath ziemlich weit oben rangieren. Gespielt von Felix Klare steht er auf der Bühne, ein schlanker, großer Kerl mit schickem Bärtchen, und fixiert mit entschlossen zusammengekniffenen Augen seine selbstrechtfertigende Argumentationskette: Ja, er sei seiner Frau...
