Der Künstler macht die Kunst

Zum 75. Geburtstag von Wilfried Minks – eine Rede von Ivan Nagel

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Ein kluger und neugieriger Beobachter von Theater, Georg Hensel, schrieb: «In den sechziger Jahren krempelte Minks das, was man bis dahin unter Bühnenbild verstand, gründlich und nachhaltig um. Er hat dem Theater neue Spielräume und Spielformen erschlossen: die reißerische Signalwirkung der Zeichen und der Zitate aus Schrift, Historie und Malerei; die Konzentration von Geschichte in Emblemen; die Ausbreitung eines Stücks rund um den Zuschauer im Environment; entfesselte Technik für politische Demonstrationen; Traumwelten für einen Visionär.

» Und der wohl aufregendste deutsche Regisseur, Peter Zadek, zog das alles schlicht zu dem einen Satz zusammen: «Sein Einfluss auf das deutsche und europäische Bühnenbild ist noch gar nicht messbar – später wird man es ohne Frage erkennen als einen Einschnitt, so bedeutend wie Gordon Craigs am Anfang unseres Jahrhunderts.» Ich habe nicht vor, dem weitere Lobsprüche hinzuzufügen.

Aber ich will heute Wilfried für etwas danken, was ich bei ihm gelernt habe und so von keinem anderen hätte lernen können. Ich will fast in die Kindheit zurückgreifen, in die meine, nicht in die seine; denn in dem Alter beginnt oder versäumt man, das Wichtige zu lernen. ...

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Theater heute April 2005
Rubrik: Magazin, Seite 77
von Ivan Nagel

Vergriffen
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