«Das Theater war toll, denn ich war da»
Birgit Lengers Henning Fangauf, in Ihrem Artikel «Endlich erwachsen» (Dramaturg 2/04) heißt es: «Der Sparte Kindertheater fehlt es momentan an Orientierung. Gerade an jenen Innovationen, die das Junge Theater so positiv vorangebracht haben, hat diese Sparte nicht partizipiert. Seine Stücke und Spielweise haben sich in den letzten Jahren dem gehobenen Unterhaltungstheater zugewandt. Von existentiellen Stoffen ist weit und breit nichts in Sicht.
» Was genau haben Sie da voll Unmut wahrgenommen? Wo vermuten Sie die Ursachen?
Henning Fangauf Da komme ich auf zwei wichtige Projekte zu sprechen, die wir regelmäßig durchführen. Das eine ist das Deutsche Kinder- und Jugendtheatertreffen «Augenblick mal!». Dort war in den letzten Jahren signifikant, dass von den zehn eingeladenen Inszenierungen immer mehr Stücke für jugendliches Publikum von der Auswahlkommission als besonders bemerkenswert und herausragend nominiert worden sind und der Anteil an besonders gelungenen Inszenierungen für das Kindertheater kontinuierlich abgenommen hat. Das war die eine Beobachtung. Die andere ist die, dass wir beim Deutschen Kindertheaterpreis und Deutschen Jugendtheaterpreis – also Preise, die sich dezidiert ...
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Seit Theresia Walser sich letztes Jahr nach längerer Theaterabstinenz mit zwei neuen Stücken zurückgemeldet hat, herrscht ein dezenter Krieg an deutschen Bühnen: Dramatikerin und Uraufführungsregisseure kämpfen um die Oberhoheit über Texte. Ein Streit, der sich an Jacqueline Kornmüllers bildbeschwerter Stuttgarter Urinszenierung von Walsers «Wandernutten»...
Dora hatte auch so eine Mama. Dora, die unberechenbare, zurückgebliebene Hauptfigur in Lukas Bärfuss’ vorletztem Stück «Die sexuellen Neurosen unserer Eltern». Doras Mama war überbesorgt, dominierend und sehr zufrieden mit sich und der Art, wie sie damit umging, eine behinderte Tochter zu haben. Alices Mutter in dem neuen Stück «Alices Reise in die Schweiz» ist...
