Lob der Provinz
Es war wie beinahe jedes Jahr. Als die siebenköpfige Jury des Theatertreffens Ende Februar nach eines langen Tages Diskussionen über ihre Favoriten aus 300 Inszenierungen landauf, landab erschöpft auf das «Tableau» der Einladungen blickte, sah sie: 2 x Berlin, 2 x Hamburg, 2 x Münchner Kammerspiele, 2 x Zürich, 1 x Wiener Burgtheater und, immerhin, 1 x Hannover. Wieder war es ein Metropolenfestival geworden; wieder war es eine unbeabsichtigte, aber den Verhältnissen entsprechende Ohrfeige für die so genannte Provinz.
Die tollen Schauspieler, die avancierten Regiekonzepte: Mehr denn je konzentrieren sie sich in den Zeiten des kommunalen Sparens auf die Reservate der ökonomisch besser gestellten Großstadttheater. Das Berliner Theatertreffen und seine viel kritisierten Best-of-Entscheidungen bilden nichts anderes ab als diese Entwicklung.
Es war vermutlich kein Zufall, dass sich nur zwei Wochen nach Bekanntgabe der Auswahl eine Busladung von Theaterkritikern auf Einladung des Bundespresseamtes und initiiert von der Staatsministerin für Kultur und Medien, Christina Weiss, aufmachte in die wieder einmal vernachlässigten (wenn auch nicht übersehenen) Provinzen des anderen Theaters. ...
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Birgit Lengers Henning Fangauf, in Ihrem Artikel «Endlich erwachsen» (Dramaturg 2/04) heißt es: «Der Sparte Kindertheater fehlt es momentan an Orientierung. Gerade an jenen Innovationen, die das Junge Theater so positiv vorangebracht haben, hat diese Sparte nicht partizipiert. Seine Stücke und Spielweise haben sich in den letzten Jahren dem gehobenen...
Am Anfang glaubt man einfach nicht, dass Axel Prahl das alles schafft. Im Prinzip ist die Rolle des agilen Gebrauchtwagenhändlers Bernd Willenbrock für den Schauspieler kein Problem – Prahls Spezialität sind schließlich kleinbürgerliche Milieugestalten wie ostdeutsche Imbissbetreiber oder westfälische «Tatort»-Kommissare. Schwieriger wird es mit Willenbrocks...
Ein kluger und neugieriger Beobachter von Theater, Georg Hensel, schrieb: «In den sechziger Jahren krempelte Minks das, was man bis dahin unter Bühnenbild verstand, gründlich und nachhaltig um. Er hat dem Theater neue Spielräume und Spielformen erschlossen: die reißerische Signalwirkung der Zeichen und der Zitate aus Schrift, Historie und Malerei; die Konzentration...
