Der gute Kim

Konstantin Küsperts «Toxische Männer» löst am Theater Münster die Weltprobleme in der Uraufführung von Cilli Drexel. Der vollständige Stückabdruck ab Seite 77

Theater heute - Logo

Was für ein Szenario! Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un schaltet die Welt vom Internet ab und ersetzt es durch die künstliche Intelligenz KIM. KIM soll die Menschheit zu ihrem eigenen Wohl bestmöglich optimieren. Dafür trennt sie Frauen und Männer räumlich, verteilt sie auf verschiedene Kontinente. Und die Welt wird frei von Gewalt … Wieder einmal hat Konstantin Küspert ein spannendirritierendes Gedankenexperiment entworfen. Sein Thema diesmal: toxische Männlichkeit.

«ich habe das analysiert», erzählt uns KIM, «rein statistisch gesehen hatte die gruppe menschen, die für die gewalt verantwortlich war, im kleinen wie im großen, die hatte allen was gemeinsam: hoden. also von einer gelegentlichen giftmörderin abgesehen waren statistisch gesehen die allermeisten täter schlicht. äh. männer.» In einer Zeit, in der die veröffentlichten Epstein-Files ein riesiges internationales Netzwerk offenbaren, in der Protestbewegungen gegen Deepfakes und Femizide lauter werden und Festspiel-Intendanten (und anderen) auch öffentlich Schikane von Frauen vorgeworfen wird, bespricht Küspert damit ein höchst aktuelles Thema. Und dafür belässt es der Autor nicht bei diesem einen ja schon durchaus ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Mai 2026
Rubrik: Das Stück, Seite 58
von Sarah Heppekausen

Weitere Beiträge
Tote leben länger

Ist es ein Höllenschlund oder bloß die Geisterbahn auf einem Jahrmarkt? Das riesige Maul eines Monsters mit scharfen Zähnen öffnet sich über der Bühne des Akademietheaters (Pia Maria Mackert). In Neon leuchtet die Schrift: HOPE.

Lucia Bihler hat Ödön von Horváths feministischen Totentanz «Glaube Liebe Hoffnung» auf eineinviertel Stunden verdichtet. Die ersten Worte...

Hip-Hop aus der Lichtstadt

«Zwischen den Zeilen bleibt ein Gefühl, egal was wir machen, wir scheitern», rappt der Hip-Hopper Sorbas dem Jenaer Publikum mit kräftigen Beats ins Gesicht. Hinter ihm flackern Bilder von Protesten und Gewalt, Bilder von behelmten Polizist:innen und Steine werfenden Demonstrierenden. Die drei Leinwände können durch aufgetragene Rechtecke auch als Hochhäuser...

Konstantin Küspert: Toxische Männer

et in arcadia ego

0. der traum
du wachst auf in der nacht weißt nicht genau warum das kind denkst du hat es geschrien du versuchst die traumreste von der wirklichkeit zu ziehen wie klebrige schutzfolie hast du das geträumt oder hat es geweint du schaust auf die uhr es ist 0252 besser nachschauen denkst du dir better safe than sorry der hund hat nichts gesagt müsste...