Den öffentlichen Raum neu denken
TH Sie alle hier am Tisch übernehmen in den nächsten zwei Jahren neue Theater, drei Schauspieltheater, die vor größeren Einschnitten stehen, als es übliche Intendantenwechsel sind. Aus ganz unterschiedlichen Gründen: Das Düsseldorfer Theater ist nach dem vorzeitigen Ende der Leitung von Staffan Valdemar Holm und zwei Interimsleitungen ziemlich am Boden; der Wechsel an der Berliner Volksbühne nach 25 Jahren Frank Castorf ist ohnehin eine Zäsur, und Matthias Lilienthal will an den Münchner Kammerspielen auch einiges anders machen.
Matthias Lilienthal Nein!
TH Aha, erstes Dementi. Trotzdem für uns die verbindende Frage: Was für unterschiedliche Formen von Theater kann man der guten alten Institution Stadttheater abtrotzen? Aus welchen Gründen und mit welchen künstlerischen Zielen? Um nicht gleich in die guten alten Strukturdebatten zu verfallen: Was sind ihre künstlerischen Ziele, welchen Ehrgeiz haben Sie, wohin wollen Sie mit Ihren Theatern?
Lilienthal Wir versuchen mit den Kammerspielen eine Fortsetzung der Arbeit von Frank Baumbauer und Johan Simons. Bei Baumbauer gab es ein sehr starkes politisch-soziales Engagement in die Stadt hinein, aber auch in den Inszenierungen. Johan ...
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Theater heute Jahrbuch 2015
Rubrik: Stadttheater und Öffentlichkeit, Seite 52
von
A
Petra Afonin
Schnabeltassen
(Württembergische Landesbühne Esslingen)
Thomas Arzt
Totes Gebirge (Theater in der Josefstadt)
Werthers große Liebe. Oder schick mir die Pistole, Baby
(Theater Phönix)
Auftrag:Lorey
Back to black (Deutsches Schauspielhaus Hamburg)
B
Hans op de Beeck
Die Leere nach dem Fest (Schauspiel Frankfurt)
Sibylle Berg
Und dann kam Mirna...
Deutschland im Endspiel. Alle vier Jahre wieder. Und die Stadt stürzt sich in den sommerlichen Fußballrausch und vergisst für kurze Zeit die von Kriegen zerrissene Welt jenseits der eigenen Mauern. Alle vier Jahre wieder. Aber nicht alle können oder wollen sich mitreißen lassen. Udi, Roy, Serösha, Ulyana, Joanna und Üzüm kreiseln in den nächtlichen Strudeln ihrer...
Aktionen wie «Die Toten kommen» des Zentrums für Politische Schönheit appellieren an die unmittelbare Wirkung von Kunst jenseits institutionell verfasster Grenzen. Es gibt hier weder individuell verfasste Autorschaften noch ein erlesenes Publikum, sondern einzig ein Pathos des Allgemeinen und der Vielen, in dem sich die Überwindung der konstitutiven...
