Wo herrscht der Konsens
TH Das Theater lebt von Konflikten. Dabei wird leicht übersehen, dass Konflikte nicht nur trennen, sondern auch verbinden: Man ist sich zumindest über das Problem einig. Wir wollen aber einen Schritt weitergehen und ganz direkt nach Konsens fragen.
Was ist der Konsens-Kitt in unserer hoch arbeitsteiligen, funktional differenzierten Gesellschaft, was hält 80 Millionen zunehmend individualisierte Menschen zusammen, die alle ganz stolz auf ihre persönlichen Freiheiten sind?
Heinz Bude Auf den Punkt gebracht, erleben wir gerade eine große Umstellung in der Idee des Zusammenhalts unserer Gesellschaft. Wir stellen nämlich im Augenblick um von Versprechen auf Drohungen. In der langen Nachkriegszeit, die im Grunde bis zur «unerhörten Begebenheit» der deutschen Einheit ging, war die Grundidee: Wenn du deine fünf Sinne beisammen hältst, dich anstrengst und die Lebenskrisen, in die du unweigerlich gerätst, einigermaßen meisterst, dann wirst du am Ende dort landen, wo du im Nachhinein sagen wirst, dass es in Ordnung geht. Nicht, dass man unbedingt da gelandet ist, wo man hin wollte, aber es passte im Großen und Ganzen. Natürlich sind einige weggekickt, vielen ist sogar erst sehr spät ...
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Theater heute Jahrbuch 2015
Rubrik: Wo herrscht der Konsens, Seite 7
von Eva Behrendt/Franz Wille
TH Sie alle hier am Tisch übernehmen in den nächsten zwei Jahren neue Theater, drei Schauspieltheater, die vor größeren Einschnitten stehen, als es übliche Intendantenwechsel sind. Aus ganz unterschiedlichen Gründen: Das Düsseldorfer Theater ist nach dem vorzeitigen Ende der Leitung von Staffan Valdemar Holm und zwei Interimsleitungen ziemlich am Boden; der Wechsel...
A
Miguel del Arco
Helena – Plädoyer für eine Schlampe
(Theater Biel Solothurn)
Ayad Akhtar
Geächtet (Disgraced)
(Schauspielhaus Hamburg)
Mattias Andersson
Acts of Goodness
(Theater Radebeul Landesbühnen Sachsen)
B
Alexandra Badea
Zersplittert (Schauspielhaus Graz)
Brigitte Buc
Hundswetter (Komödie am Kurfürstendamm)
C
Pamela Carter
Was wir wissen (Theater...
Schon der Titel spendet wenig Trost. Er umarmt nicht, gibt keinen Halt, leitet nicht hinein in Emotionen, Identitäten, Welt. Stattdessen: Draufsicht. «3.31.93». Mehr nicht. Ein Zahlencode vielleicht, ein Datum möglicherweise, vor allem aber eine mathematische Formel für die Dramenkonstruktion: drei Teile mit jeweils 31 Szenen. Macht zusammen 93 Augenblicke. Fast...
