«Beben» in Heidelberg. Foto: Annemone Taake
Den Lauf der Welt verrückt
Es ist so puuuh, so äääh, geradezu uaargh: ein Bruderkuss, feindliche Soldaten reichen sich die Hände, Liebe und Versöhnung zum Finale. Der Schluss von Maria Milisavljevics «Beben» lässt einen sprachlos zurück ob seiner unverschämten Naivität – und gerade damit gelingt der Autorin ein Volltreffer. Milisavljevic hat nicht etwa ein Feelgood-Movie für die Bühne verfasst, daran hätte kein Mangel geherrscht.
Das Provokante ist, dass die 1982 geborene Dramatikerin über anderthalb Stunden eine erwartungs- und generationengemäß abgeklärte, dystopische Gegenwartsdiagnose entwickelt. Dass sie das ganze schöne menschengemachte Inferno dann aber in eine Utopie in Reinform münden lässt.
Dieser Schluss war eine Entscheidung gegen eigene innere Widerstände, erzählt Milisavljevic bei Kaffee und Brezen in ihrer Wohnung in Berlin. Bequemer und zeitgeistiger wäre natürlich gewesen, Plot und Figuren im Sinne des gängigen Wir-können-doch-eh-nichts-ändern in einer Gewaltspirale untergehen zu lassen. Dagegen setzt die Autorin aber, fast versteckt in der Textflut, die Figur einer Mutter, die dem Mörder ihres Kindes die Hand reicht. So etwas ist nicht vorgesehen. Und im Stück wirft es das ganze ...
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Theater heute August/September 2017
Rubrik: Das Stück, Seite 36
von Cornelia Fiedler
Aachen, Grenzlandtheater
21.9. Highsmith, Der talentierte Mr. Ripley
R. Catharina Fillers
28.9. Hübner, Willkommen
R. N.N.
Aachen, Theater
21.9. Macmillan, Atmen
R. Stefan Herrmann
29.9. Goethe, Die Leiden des jungen Werther
R. Nick Hartnagel
30.9. nach Kästner, Fabian oder Der Gang vor die Hunde
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Altenburg/Gera, TPT
29.9. nach Baum, Menschen im...
Das Publikum hat sich zur angekündigten Uhrzeit in der Halle eingefunden und harrt der Dinge. Doch vom «performativen Programm», das hier stattfinden soll, ist weit und breit keine Spur. Nach zehn Minuten wendet sich schließlich eine Frau – anscheinend eine der Künstlerinnen – an die Wartenden. «Are you looking for the performance?», fragt sie freundlich und weist...
Nein, das muss auch Philipp Ruch, der notorisch rußgeschwärzte Chefagitator des Zentrums für politische Schönheit, zugeben, die Jugend von heute, selbst die bayerische, ist besser als ihr Ruf. Die Nachfrage nach professionell organisiertem Widerstand scheint groß. Bereits am ersten Tag des ominösen «Scholl-2017-Schülerwettbewerbs», zu dem das Berliner...
