Den Keks essen

Die Berliner Freie Szene denkt über Klasse, jüdisches Erbe, Ekstase und Gewalt nach – und darüber, wie wir zusammenkommen können. Ein Rundgang durch Produktionen von Manuel Gerst, Julia*n Meding, Gob Squad, Daniel Wetzel, She She Pop, Ariel Efraim Ashbel & Friends und Christiane Rösinger

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Diese «Verwandlung» ist nicht über Nacht passiert, sondern liegt in den Händen des Publikums. Manuel Gerst, Gründungsmitglied der Theatergruppe Monster Truck und hier solistisch in der Regieverantwortung, hat eine Inszenierung nach Franz Kafkas berühmter Erzählung angekündigt – doch im Berliner Ballhaus Ost sind die Tische gedeckt für eine Performance im Stil von Marina Abramovics «Rhythm 0».

1974 lud die jugoslawische Künstlerin in einer neapolitanischen Galerie dazu ein, 72 unterschiedliche Gegenstände auf ihre Person anzuwenden: «Ich übernehme die volle Verantwortung», hieß es in den knappen Anweisungen. Das Publikum ging so weit, ihr einen geladenen Revolver in die Hand zu drücken und auf ihre Schläfe zu richten.

Im Vergleich dazu geht Gersts «Verwandlung» kleinere Risiken ein. Auf der Ballhaus-Bühne steht ein nicht mehr fahrtüchtiger VW Käfer (!), flankiert von zwei Büffettischen voller Gegenstände, von Axt und Baseballschläger über Rasierschaum und Graffitilack bis zu Sprühsahne und Wassermelone. Eine Schriftprojektion fordert das Publikum auf, unter den eigenen Stuhl zu greifen und den dort neben Handschuhen und Schutzbrille befestigten Haftungsausschluss zu unterzeichnen, ...

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Theater heute Februar 2024
Rubrik: Freie Szene, Seite 42
von Eva Behrendt

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