Das Wunder der Rose
Showtime, Swingtime, Steptime. Gleich könnten Fred Astaire, Ginger Rogers, Cyd Charisse und Gene Kelly hereintänzeln. Dann aber erscheinen ein Mister Pink (Henry Meyer) und eine ballettöse Madame Cécile (Elisabeth Kopp), die wir lieber Mademoiselle nennen würden, wenn sie mit leichter Hand das Wunder der Rose vollbringt. Um sie her, im Malersaal des Theaters Oberhausen, stehen Requisiten – Schminkspiegel, Schrankkoffer, ein flitternd roter Vorhang – und lassen die Szene als ambulantes Theater auf dem Theater erkennen (Bühne: Christina Mrosek).
Das französische Volksmärchen von der «Schönen und dem Biest», durch Cocteau und Jean Marais in fantastisches Zelluloid-Schwarzweiß verzaubert, wird in der Adaption von Lucy Kirkwood & Katie Mitchell eingefasst von einer Rahmenhandlung, die die nostalgische Spielweise gleichermaßen rechtfertigt wie als obsolet geworden betrauert.
Das Moritaten-Paar, das seine ramponierte, aus dem Leim gegangene Vorstellung schon tausendfach gegeben hat und sich zu den Feenwesen zählt (man könnte auch sagen: zum Fahrenden Volk, zu den Gauklern, den «ein wenig Flüchtigern noch als wir selbst»), erhält die Kündigung. Zu altmodisch – kein Einsatz von Video. ...
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Theater heute Januar 2014
Rubrik: Chronik, Seite 53
von Andreas Wilink
«Da wo die Bücher herkommen, da denken alle.» Desto mehr ist es für die Protagonisten in Herta Müllers «Herztier» notwendig, die wenigen, die sie noch haben, möglichst sicher zu verstecken. Denn der Ungeist der Diktatur greift längst um sich. Freies Gedankengut muss im Verborgenen bleiben.
Mit ihrer Erfahrung aus dem Ceaucescu-Regime schuf die 1953 in Rumänien...
Wer Marie NDiayes «Drei starke Frauen» gelesen hat, wird keine übertriebenen Migrationshoffnungen in Richtung Europa mehr hegen. In der ersten der drei Geschichten kehrt eine strebsame französische Anwältin, Imigrantin der zweiten Generation, zu ihrem Vater nach Algerien zurück, den sie verachtet, ohne sich seiner zermürbenden Anziehungskraft erwehren zu können. In...
Noch einen Tag vor der Premiere machte das Gerücht die Runde, man habe sich bei Leander Haußmanns «Hamlet» auf viereinhalb Stunden Dauer einzustellen. Dreieinhalb waren es dann am Premierenabend tatsächlich. Welcher 60-Minuten-Block ließ sich wohl so folgenlos kurzfristig entfernen?
Gut möglich, dass es «Die Mausefalle» war, das Stück im Stück, das Hamlet...
