Das Wir kehrt wieder

Unter Begriffen wie «Kollaboration», «Schwarm», «Multitude», «Komplizenschaft» oder «Mit-Sein» entdecken Theatermacher und ihre Theoretiker Utopie und Alltag des kreativen Kollektivs wiede

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Ein Mann in bequemen Alltagsklamotten liegt, an die Wand des White Cubes gedrückt, auf dem Boden. An der gegenüberliegenden Wand beugt sich ein Tänzer nach unten, berührt mit gestrecktem Arm den Boden und streckt zugleich den anderen Arm nach oben, als wollte er die Spannweite seiner Arme messen. Eine Frau singt an der Rückwand des Raumes, und vorn erzählt gerade ein anderer Tänzer einer kleinen Gruppe von Leuten eine Geschichte, die er von Zeit zu Zeit mit kleinen Demonstrationen unterbricht.

Im Raum verlieren sich ein paar Betrachter, laufen, stehen, sitzen auf dem Boden oder an der Wand: Es dauert eine kleine Weile, bis plötzlich jemand bemerkt hat, dass ich eingetreten bin. Der junge Mann, der die Wand mit seinen Armen auszumessen schien, kommt näher und erklärt mir in verschwörerischem Ton, als verrate er dabei ein Geheimnis: «Wir müssen jemanden begrüßen!» Die drei gerade noch an den Wänden postierten Performer intonieren den Sound einer Sirene und laufen zügig in verschiedene Richtungen aus dem Raum. Sie kehren auf Händen und Füßen, den Gang von Wildtieren nachahmend, in den Saal zurück, stellen sich um den zu begrüßenden Neuling auf und sagen in deutscher und englischer ...

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Theater heute Januar 2014
Rubrik: Theorie, Seite 36
von Nikolaus Müller-Schöll

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