Bremen: Um die Diskursecke
Louis XIV. hat Versailles gebaut. Das Ballett erfunden. Und den «Code Noir» niedergeschrieben, eine Definition der Beziehung zwischen weißem Chef und schwarzem Sklaven. 1715 starb der Sonnenkönig, während der Französischen Revolution wurde sein Grab geschändet, seine Werke aber leben weiter. Versailles ist bis heute ein touristischer Hotspot, das Ballett, naja, und auch das Prinzip Sklavenhalterwirtschaft wurde von den Umwälzungen nicht angetastet: Das Prinzip «Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit» galt lange Zeit ausschließlich für Weiße.
Und auch noch ziemlich lange nur für Männer, wie die sehr freie «Dantons Tod»-Inszenierung von Monika Gintersdorfer und Knut Klaßen am Theater Bremen in einem klugen Schlenker deutlich macht.
Gintersdorfer/Klaßen koppeln Georg Büchners geschichtspessimistischen Blick auf das Abgleiten der Revolution in den Terror mit einem Überblick über die haitianische Revolution, die sich in historischer Nachbarschaft zum Geschehen in Europa ereignete: ein Sklavenaufstand in der französischen Kolonie Saint-Domingue, der die erste selbstverwaltete Republik befreiter Sklaven in der Geschichte zur Folge hatte, historisch aber deutlich unbekannter blieb als sein ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Schlimme Nachrichten kommen, wenn sie kommen, vollkommen unabhängig davon, ob der Empfänger für sie bereit ist – zum Beispiel direkt nach einem unendlich langen Flug in Fuhlsbüttel, mitten in der Menschenmenge, als ich meine Maschinchen wieder an den Strom der Welt anschloss und mich danach traurig in eine Ecke verkroch. Zwar wussten wir alle seit langem um die...
es ist anzunehmen, dass bei der anerkannt großen freiheitsliebe der bevölkerung einerseits
und der erwiesen großen rücksichtslosigkeit
des möglichen gegners andererseits es über kurz oder lang zwangsläufig zu zusammenstößen kommen wird.
hans von dach, der totale widerstand
wir müssen als schweizer armee das undenkbare denken!
christoph brunner, armeesprecher
ich...
Über «Wut», eine der jüngsten Sprach- und Gehirnorgien Elfriede Jelineks ist – auch an dieser Stelle – ausreichend berichtet worden. Wir können also umstandslos zur Aufführung übergehen, es ist die dritte; nach Stemanns Uraufführung an den Münchner Kammerspielen (s. Th 6/16) strich man in Hamburg das Post-Charlie-Hebdo-Ungetüm gnadenlos zusammen und kombinierte es...
