Bremen: Um die Diskursecke

Kleines Haus: Gintersdorfer/Klaßen nach Büchner «Dantons Tod»

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Louis XIV. hat Versailles gebaut. Das Ballett erfunden. Und den «Code Noir» niedergeschrieben, eine Definition der Beziehung zwischen weißem Chef und schwarzem Sklaven. 1715 starb der Sonnenkönig, während der Französischen Revolution wurde sein Grab geschändet, seine Werke aber leben weiter. Versailles ist bis heute ein touristischer Hotspot, das Ballett, naja, und auch das Prinzip Sklavenhalterwirtschaft wurde von den Umwälzungen nicht angetastet: Das Prinzip «Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit» galt lange Zeit ausschließlich für Weiße.

Und auch noch ziemlich lange nur für Männer, wie die sehr freie «Dantons Tod»-Inszenierung von Monika Gintersdorfer und Knut Klaßen am Theater Bremen in einem klugen Schlenker deutlich macht.

Gintersdorfer/Klaßen koppeln Georg Büchners geschichtspessimistischen Blick auf das Abgleiten der Revolution in den Terror mit einem Überblick über die haitianische Revolution, die sich in historischer Nachbarschaft zum Geschehen in Europa ereignete: ein Sklavenaufstand in der französischen Kolonie Saint-Domingue, der die erste selbstverwaltete Republik befreiter Sklaven in der Geschichte zur Folge hatte, historisch aber deutlich unbekannter blieb als sein ...

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Theater heute November 2016
Rubrik: Chronik, Seite 51
von Falk Schreiber

Vergriffen
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