Das Leben, ein Schnittplatz?
So ließe sich ein gepflegter Abend für Architekten an: «Lieber Kino als Essen». Verköstigungen sind gut, doch kalorienfrei ist besser. Leider trifft sich der filmische Geschmack von Aniela und Hugo nicht im Geringsten mit den Vorlieben des Dritten im Bunde: Jannis ist Statiker und Hobby-Cineast mit einem ausgeprägten Sinn für gehobenen Splatter à la Tarantino, Lynch und Scorsese. Und mit Jannis landen die Architektenfreunde statt in kulinarischen Kinogefilden in einem gänzlich unappetitlichen Schocker.
Silvio Huonders fünftes Theaterstück «Kino» ist anspielungsreich untertitelt mit «Das Leben ein Film». Und wenn der Film, um den sich der Abend dreht, ein Schocker ist, sollte es das Leben dann genauso sein? Hugo hat bei seinem neuesten Bauprojekt statische Vorgaben missachtet und drängt nun Jannis dazu, seine Unterlagen stillschweigend abzuzeichnen. Erschwerend kommt hinzu, dass dieser von ihm beruflich abhängig ist. Aniela, die mit Jannis seit vier Jahren liiert ist, aber immer noch getrennt wohnt, will gerade zum zweiten Mal ein Kind der beiden «wegmachen» lassen. Die Filmgourmets sind im realen Leben wenig zimperlich. Vom Schocker bleiben sie jedoch weit entfernt. Allenfalls ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Man könnte meinen, Katharina Schlender sei im Vorfeld ihres Stückes als Ermittlerin unterwegs gewesen und habe die Spuren eines tatsächlichen Mordfalles sichern wollen. Das Ganze ereignete sich 1999. Der Tote lag am Fuße der Göltschtalbrücke im Vogtland, und die Ermittlungsbehörden gingen zuerst einmal von Selbstmord aus. Sehr schnell wurde allerdings klar, dass...
Im Programm von Theater der Welt (siehe auch S. 18ff. in diesem Heft) finden sich Produktionen aus verschiedenen Orten der Theaterweltkarte: Auckland, Neu-Delhi, Nowosibirsk, Graz. Die Landeshauptstadt der Steiermark ist in Stuttgart mit einer Inszenierung vertreten, die zumindest in Österreich theatergeschichtliche Bedeutung hat – fast zwanzig Jahre nach der...
Die Achtziger sind endlich auch auf dem Broadway angekommen. Während Vokuhila-frisierte Dreißigjährige in den Nachtclubs des Hipster-Stadtviertels Williamsburg schon seit geraumer Zeit zum Mixtape-Soundtrack ihrer frühen Jugend tanzen, kann man die nostalgischen Geschmacklosigkeiten der Reagan-Ära jetzt auch im Westen von Manhattans Midtown bewundern. Das frisch...
