Nicht Film, nicht Fleisch
Noch länger Lockdown und kein Ende! Es heißt also weiter nach Umund Auswegen zu suchen und der zwangsläufig medialen Vermittlung ein möglichst unverwechselbares – vielleicht sogar auf neue Weise unmittelbares? – Theatererlebnis abzutrotzen. Die Kammerspiele und das Kollektiv RAUM + ZEIT um Regisseur Bernhard Mikeska und Autor Lothar Kittstein, sonst ausgewiesene Experten intimster Nähe in inszenierten Eins-zu-eins-Konstellationen, haben sich mit ihrer Produktion «Gespenster – Erika, Klaus und der Zauberer» zu einem elaborierten Livestream-Experiment entschlossen.
Das Residenztheater lädt jeweils 20 Teilnehmer*innen ins Zoom-Kabinett zu «Niemand wartet auf dich», so der Titel von drei Frauenporträts der niederländischen Dramatikerin Lot Vekemans, die Juliane Köhler in der Inszenierung von Daniela Kranz jeweils live performt. Beide Projekte sind keine reinen Online-Formate, sondern hoffen auf Wiederaufführung vor realem Publikum. Ganz auf den Weg der Aufzeichnung mit einer 360°-Kamera begibt sich das Staatstheater Augsburg und lässt den Kurztext «14 Vorhänge» von Einar Schleef im Schutt und Staub einer Theaterbaustelle so etwas wie eine Geisteruraufführung erleben.
Wie um die ...
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Theater heute April 2021
Rubrik: Aufführungen, Seite 50
von Silvia Stammen
Kurz vor Redaktionsschluss dieser Ausgabe ging plötzlich alles ganz schnell. Am 13. März veröffentlichte die Tageszeitung «taz» unter der Überschrift «Eine Bühne für Sexisten» eine Reportage, in der mehrere Mitarbeiter*innen der Volksbühne Intendant Klaus Dörr übergriffiges, sexistisches und altersdiskriminierendes Verhalten vorwarfen. Zehn Mitarbeiterinnen hatten...
Barbara Burckhardt Niels Bormann, die Frage, die jetzt jeder stellt: Wie geht es Ihnen unter Corona-Verschluss, insbesondere als Schauspieler?
Niels Bormann (zögert lange) Ich muss sagen, mir geht es gar nicht so schlecht. Ich konnte in dieser Zeit drehen und an der UdK mit den Studierenden immerhin Vorsprechmonologe erarbeiten. Das mache ich schon seit sieben,...
«Unvorstellbar, dass sie sterblich sein könnte.» Diese Worte ruft Ulrich Khuon, Intendant des Deutschen Theaters Berlin, Katharina Matz hinterher, die 90-jährig in Berlin gestorben ist. In der ARD-Mediathek ist sie noch zu sehen, in «Der letzte Wille», einer sechsteiligen Miniserien-Comedy im Altersheim, das entmietet werden soll. Katharina Matz ist die...
