Das große Grau
Der neue west-östliche Divan steht vor einem Laptop. Dort, in einem pakistanischen Kellerloch, über dem amerikanische Drohnen kreisen und Bomben fallen, sitzt als Gefangener Nick Bright. Das Lösegeld für den Banker, das die muslimischen Brüder von dessen Citibank fordern, beträgt zehn Millionen Dollar. Bright, Ehemann und Vater eines kleinen Sohnes, erwartet nicht, dass der Deal zustande kommt. Es sei denn, er verdient das Geld selbst. Der Raubtier-Kapitalismus kennt nicht Freund noch Feind und nimmt, was er zwischen die Zähne kriegt.
Imam Saleem, der in dem Vier-Personen-Stück zunächst die Fäden zieht, akzeptiert Brights Angebot, seine Fähigkeiten in den Dienst der islamischen Sache zu stellen und mit seinem schwarz verschobenen Eigenkapital Millionen zu erzocken, bis er sich seine Freiheit erwirtschaftet hat. Die Gewinne, die sich auf anonymen Konten häufen, sollen für humanitäre Maßnahmen in Pakistan verwendet werden.
Ayad Akhtars Konstruktion für «Die unsichtbare Hand» baut darauf, dass Gewinnstreben nützlicher, einträglicher – und vielleicht noch gefährlicher – ist als ideologisches Denken. Der Titel bezieht sich auf die selbstregulierenden Kräfte und Mechanismen, die ...
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Theater heute Februar 2017
Rubrik: Aufführungen, Seite 18
von Andreas Wilink
Guter Wechsel» – mit dieser Ankündigung trat die national-konservative Partei «Recht und Gerechtigkeit», kurz PiS, im Herbst 2015 ihre Regierungszeit in Polen an. Wie sich dieser Wechsel gegenwärtig auf die Theaterlandschaft des Landes auswirkt, kann am deutlichsten am Beispiel des Teatr Polski in Wrocław (Breslau) beobachtet werden. Das Haus war in den letzten...
Daten
Aalen, Theater der Stadt
25. Lessing, Nathan der Weise
R. Tina Brüggemann
Altenburg/Gera, TPT
26. Zuckmayer, Der Hauptmann von Köpenick
R. Bernhard Stengele
Annaberg, Eduard-von-
Winterstein-Theater
12. nach Brussig, Buck und Haußmann, Sonnenallee
R. Dietrich Kunze
Augsburg, Theater
4. Goethe, Faust
R. Christian Weise
10. Bjerg, Auerhaus
R. Bibiana Picado...
Tschechoslowakei, Sommer 1968. «Why don’t we do it in the road?», röhrt Paul McCartney in schönster Rotzrockerlaune in den Birkenwaldprospekt im Konstanzer Theater. Berechtigte Frage. Warum tun sie’s nicht einfach vor allen Leuten, dieser Landarztvagabund, die Stadtschickse, die Dorflolita oder dieses Triebkomplexpaket, nach dem das Stück benannt ist? Nun, sie tun...
