Die Verwandlung
Wenn es schon kein anderer macht, muss man es eben selber tun: Die Dramaturgie des Berliner Ensembles, allen voran Peymann-Lebensgefährtin Jutta Ferbers, hat ihrem scheidenden Direktor ein Buch spendiert: «Claus Peymann – Mord und Totschlag». Hermann Beil zitiert im Vorwort Thomas Bernhards Theatermacher Bruscon – «Lebenslängliche Theaterkerkerhaft / ohne die geringste Begnadigungsmöglichkeit» –, um das Phänomen Peymann angemessen ins Kunstschicksalhafte zu erhöhen: Sein Leben sei Theater, und das Theater sein Leben.
Herausgekommen ist ein «Theaterlebensbuch», hauptsächlich aus Peymann-O-Ton in Interviews, Reden, Aufsätzen, aber auch zugewandten Zuschriften, gerne von Autoren, die in zierlichen Episteln ihre neuen Werke dem «Großfürst der Schnürböden» (Thomas Bernhard) zu Füßen legen.
Chronologisch geordnet geht es von Bremen (Schultheater) über Hamburg, Göttingen und Erlangen (Studententheater) an seine erste größere Geniestation im Frankfurter Theater am Turm, wo er sich mit Peter Handkes «Publikumsbeschimpfung» in einen ersten folgenreichen Theaterskandal verstrickt. Im Porträt von Wolfgang Ignee präsentiert er sich als undogmatisch skeptischer Zeitgenosse, der zwar zu dezent ...
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Theater heute Februar 2017
Rubrik: Magazin, Seite 63
von Franz Wille
[kafir]
«Ihr sucht die Freiheit.
Ich suche die Wahrheit.»
Hakan
(Abu Ibrahim)
Personen:
Ismet, älter
Ismet, jünger
Ayse, älter
Ayse, jünger
Hakan (Abu Ibrahim), ihr Sohn
Ort
Hier
Istanbul
Texas
Wüste
Zeit
Jetzt
3 Tage vor dem Militärputsch im September 1980 in der Türkei
1960
3
Istanbul-Texas 1980
Türküm, dogruyum, çalıskanım. Ilkem,...
Warum wird man Terrorist? Warum setzt man sich mit einem Sprengsatz voller Schrauben vor dem Bauch in ein vollbesetztes Restaurant und jagt sich in die Luft, damit mehrere Dutzend unschuldige Mitmenschen in Stücke gerissen werden? Vielleicht, weil der eigene Bruder vorher von israelischen Sicherheitskräften während seiner Hochzeit hinterrücks erschossen worden ist?...
Guter Wechsel» – mit dieser Ankündigung trat die national-konservative Partei «Recht und Gerechtigkeit», kurz PiS, im Herbst 2015 ihre Regierungszeit in Polen an. Wie sich dieser Wechsel gegenwärtig auf die Theaterlandschaft des Landes auswirkt, kann am deutlichsten am Beispiel des Teatr Polski in Wrocław (Breslau) beobachtet werden. Das Haus war in den letzten...
