Das Gegenteil von Abschied
Tilda musste zu früh erwachsen werden. Nach dem Unfalltod ihres Schulfreundes Ivan studiert die junge Frau jetzt Mathematik, jobbt an der Supermarktkasse und muss sich von ihrer lebensfrohen Freundin Marlene Vorhaltungen machen lassen, dass sie immer noch in der Kleinstadt festsitzt. Tilda aber kann nicht weg: Jemand muss sich um ihre elfjährige Schwester Ida kümmern, wenn die alkoholkranke Mutter im eigenen Erbrochenen liegt. Die einzigen Momente der Freiheit spürt Tilda, wenn sie ins Schwimmbad geht.
22 Bahnen zieht sie dann, das ist mehr als bloßes Plantschen, aber es ist noch nicht so viel, dass es wirklich als Sport durchgehen würde.
Caroline Wahls erfolgreicher Roman «22 Bahnen» besteht über weite Strecken aus inneren Monologen Tildas, und Konstanze Kappenstein versucht bei ihrer Dramatisierung im winzigen Ateliertheater des Rostocker Volkstheaters gar nicht, diesen eher undramatischen Ansatz zu verschleiern: Die meiste Zeit steht Ellen Neuser am Bühnenrand und spricht das, was die Protagonistin eben so denkt. Und nur manchmal gesellen sich Marie-Luise Kuntze (als Ida und Marlene) und Ben Gebel (als Ivan und dessen älterer Bruder Viktor) zu ihr und spielen kurze Szenen. Das ...
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Theater heute März 2025
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Falk Schreiber
AACHEN, DAS DA THEATER
6. Hübner, Das Herz eines Boxers
R. Tom Hirtz
AACHEN, THEATER
15. nach Ibsen, Baumeister Solness
R. Katharina Grosch
22. Stockmann, Das Portal
R. Alexander Marusch
AACHEN, GRENZLANDTHEATER
8. von Horváth, Glaube Liebe Hoffnung
R. Manfred Langner
AALEN, THEATER
8. Labande Dordur, Solo (U)
R. Labande Dordur (Lucie Dordoigne und Anaïs...
Kurz vor Schluss versuchen beide Berliner Inszenierungen noch etwas rumzureißen. In Georges Bizets «Carmen» in der Regie von Christian Weise wendet sich Lindy Larssons stolze Romni, gerade noch vor die Wahl gestellt, ihr freies Leben aufzugeben oder erstochen zu werden, direkt ans Publikum und ermutigt es mit Erfolg, selbst das Lied des Toreros Escamillo...
Zwei Tische auf der Bühne, alte Schultische. Voll mit Büchern und einer Schreibmaschine der eine, voll mit Schuhen, Leder und Werkzeug der andere. Von einander abgewandt sitzen davor, an entgegengesetzten Punkten der Peripherie der Drehbühne, Lenú und Lila, die zwei Freundinnen aus Grundschultagen. Wer ist hier die geniale? Auch in Elena Ferrantes vierbändigem...
