Das Gegenteil von Abschied

Caroline Wahl «22 Bahnen» (U) am Volkstheater Rostock

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Tilda musste zu früh erwachsen werden. Nach dem Unfalltod ihres Schulfreundes Ivan studiert die junge Frau jetzt Mathematik, jobbt an der Supermarktkasse und muss sich von ihrer lebensfrohen Freundin Marlene Vorhaltungen machen lassen, dass sie immer noch in der Kleinstadt festsitzt. Tilda aber kann nicht weg: Jemand muss sich um ihre elfjährige Schwester Ida kümmern, wenn die alkoholkranke Mutter im eigenen Erbrochenen liegt. Die einzigen Momente der Freiheit spürt Tilda, wenn sie ins Schwimmbad geht.

22 Bahnen zieht sie dann, das ist mehr als bloßes Plantschen, aber es ist noch nicht so viel, dass es wirklich als Sport durchgehen würde.

Caroline Wahls erfolgreicher Roman «22 Bahnen» besteht über weite Strecken aus inneren Monologen Tildas, und Konstanze Kappenstein versucht bei ihrer Dramatisierung im winzigen Ateliertheater des Rostocker Volkstheaters gar nicht, diesen eher undramatischen Ansatz zu verschleiern: Die meiste Zeit steht Ellen Neuser am Bühnenrand und spricht das, was die Protagonistin eben so denkt. Und nur manchmal gesellen sich Marie-Luise Kuntze (als Ida und Marlene) und Ben Gebel (als Ivan und dessen älterer Bruder Viktor) zu ihr und spielen kurze Szenen. Das ...

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Theater heute März 2025
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Falk Schreiber

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