Darf es die Bombe geben?
Der Barbenheimer-Sommer liegt ein Jahr zurück, und die Geschichte um die Entstehung der ersten Atombombe ist dadurch noch sehr präsent (und die filmische Erzählung von Christopher Nolan gleich mit sieben Oscars prämiert worden). Das neue Theaterstück von Stefano Massini setzt geschichtlich etwas früher an und beginnt mit dem Zusammentreffen von vier jungen Wissenschaftlern, die es in den 1930er Jahren auf der Flucht vor den Nazis nach New York verschlagen hat: Léo Szilárd, Jenö Wigner, Paul Erdös, Ed Teller.
Alle vier in Europa gefeierte Wissenschaftler, alle vier jüdisch, alle vier vertrieben. Der eine will partout nicht ankom -men in New York, der andere ist es längst und hat die Ruhe weg, der dritte (ein Mathematiker) drängt immerzu nach dem einfachsten Weg, und der vierte verwandelt sich in einen kläffenden Hund, wenn er von seiner Leine loskommt.
Alle vier sind reale Personen, deren überlieferte Charakterzüge Massini in «Manhattan Project» einfließen lässt. Er lässt sie aufeinanderprallen wie Atome, und das macht – auf Grund der detaillierten und humorvollen Art, mit der er ihre Unterschiedlichkeiten beschreibt – große Freude. Man blickt in tiefe Charaktere, voller Schmerz ...
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Theater heute Jahrbuch 2024
Rubrik: Neue Stücke, Seite 154
von Lena Wontorra
Die Leute, die man am ersten Tag in der Uni trifft, bleiben für immer deine Clique»: Bei Lars Werners neuestem Stück sind das Silvio, ein weißer deutscher Mann aus Frankfurt; Roya, eine deutsche Journalistin of Color; Marin, ein weißer Mann (möglicherweise aus Köln) und Lou, eine Gender-non-konforme Wissenschaftler:in und Ak -tivist:in aus Tschechien. Das erste Mal...
Theater heute Vor einigen Jahren haben Sie im Gespräch mit Christine Wahl gesagt, Sie würden gerne mal Schauspieler des Jahres werden …
Dimitrij Schaad Ich weiß sogar nach ganz genau, wo und wann das war, als ich zum ersten Mal darüber gelesen habe, dass man das werden kann und ich beschlossen hab: Das will ich werden.
TH Sie gelten als manischer Rollenvorbereiter....
Diese Frau soll Kostümbildnerin sein? Zur blauen Jeans trägt sie ein schlichtes, geripptes schwarzes Shirt mit Spaghettiträgern, die wilden Locken hat sie mit einer Spange am Hinterkopf gebändigt, eine schwarze Schirmmütze über die dunklen Haare geschoben. So unauffällig sehen doch Kostümbildner:innen nicht aus; das sind doch die, die man beim Premierenapplaus...
