Darf es die Bombe geben?

Stefano Massini «Manhattan Project»

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Der Barbenheimer-Sommer liegt ein Jahr zurück, und die Geschichte um die Entstehung der ersten Atombombe ist dadurch noch sehr präsent (und die filmische Erzählung von Christopher Nolan gleich mit sieben Oscars prämiert worden). Das neue Theaterstück von Stefano Massini setzt geschichtlich etwas früher an und beginnt mit dem Zusammentreffen von vier jungen Wissenschaftlern, die es in den 1930er Jahren auf der Flucht vor den Nazis nach New York verschlagen hat: Léo Szilárd, Jenö Wigner, Paul Erdös, Ed Teller.

Alle vier in Europa gefeierte Wissenschaftler, alle vier jüdisch, alle vier vertrieben. Der eine will partout nicht ankom -men in New York, der andere ist es längst und hat die Ruhe weg, der dritte (ein Mathematiker) drängt immerzu nach dem einfachsten Weg, und der vierte verwandelt sich in einen kläffenden Hund, wenn er von seiner Leine loskommt.

Alle vier sind reale Personen, deren überlieferte Charakterzüge Massini in «Manhattan Project» einfließen lässt. Er lässt sie aufeinanderprallen wie Atome, und das macht – auf Grund der detaillierten und humorvollen Art, mit der er ihre Unterschiedlichkeiten beschreibt – große Freude. Man blickt in tiefe Charaktere, voller Schmerz ...

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Theater heute Jahrbuch 2024
Rubrik: Neue Stücke, Seite 154
von Lena Wontorra

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