Dann schmollt der Vater
Ja, der Islam gehört zu Deutschland, gehört zum Westen. Die etwas weitergehende These müsste lauten: Der Islam gehört sogar so eindeutig zum Westen, dass er als Subkultur nahezu ununterscheidbar geworden ist zum Mainstream. Karin Beier zeigt in ihrer Erstaufführungsinszenierung von Ayad Akhtars «The Who and the What» am Hamburger Schauspielhaus eine pakistanischstämmige Rumpffamilie in Atlanta: verwitweter Vater, zwei Töchter, Schwiegersohn, allesamt perfekt assimiliert an die kleinbürgerliche Umgebung.
Nach außen versucht Vater Afzal, nicht unangenehm aufzufallen, indem er sich als nützliches Mitglied der USGesellschaft erweist und vom Tellerwäscher zum Millionär beziehungsweise vom Immigranten zum Taxiunternehmer aufgestiegen ist, nach innen lebt er einen durchaus sittenstrengen Islam, der freilich Freiheiten ermöglicht, sofern der Koran nicht grundsätzlich in Frage gestellt wird. Mit anderen Worten: Afzal ist einerseits liebender Vater, dem man abnimmt, dass er sich nichts mehr wünscht, als dass seine beiden Töchter glücklich sind. Und andererseits dogmatischer Patriarch, der sich selbst als konservativen Muslim bezeichnet und dessen Konservatismus durchaus mit Machtstrukturen ...
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Theater heute März 2017
Rubrik: Das Gespräch, Seite 11
von Falk Schreiber
Premieren im März
Aachen, Grenzlandtheater
13. Zeller, Der Vater
R. Rüdiger Pape
Aachen, Theater
30. Soleimanpour, Weißes Kaninchen, rotes Kaninchen (Theaterexperiment)
R. Ensemble
31. Capote, Frühstück bei Tiffany
R. Jan Langenheim
Aalen, Theater der Stadt
25. Lessing, Nathan der Weise
R. Tina Brüggemann
Altenburg/Gera, TPT
9. McNally, Meisterklasse
R. Kay Kuntze (Altenburg)
2...
Der Dichter Dante hat sich in ein Basler Theaterdepot verirrt. Dort steht er, umzingelt von einem Wald von Requisiten, und weiß nicht: auftreten oder abtreten? Vor 700 Jahren, im Originaltext des florentinischen Stadtaristokraten Durante Alighieri, hatte er es noch einfacher. Damals war ein Wald noch ein Wald, sprich: ein unheimlicher Ort, wo einen Raubtiere...
Mit Tracy Letts’ Dauerbrenner «Eine Familie (August: Osage County)», dem zeitgenössischen Amerika-Klassiker fürs Große Haus, verabschiedet sich Oliver Reese als Regisseur von Frankfurt. Ganz offensichtlich will er dem Publikum ein Schauspielerfest schenken, das gelingt dem 13-köpfigen Ensemble auch, und das Frankfurter Publikum dankt mit ausgiebiger Ovation.
Belust...
