Chamäleon ohne Erfolgsrezept
Eine Beschreibung François Ozons beginnt man am Besten mit einem Paradox: Er ist einer der erfolgreichsten französischen Regisseure der letzten zehn Jahre, aber er ist nicht sehr beliebt. Wo sonst Popularität bei einem gewissen Grad von Erfolg sich wie von selbst einstellt, klafft bei Ozon eine Lücke. Der 39-jährige gebürtige Pariser verfügt über keine eingeschworene Fan-Gemeinde, die mit vorauseilender Begeisterung auf den jeweils neuen «Ozon» wartet, wie das etwa beim neuen «Kaurismäki» der Fall ist.
Und für den jeweils begeisterten Zuschauer seiner Filme von «8 Frauen» über «Swimming Pool» bis zu «5x2» gilt: Er kann sich nie sicher sein, ob ihm der nächste auch noch gefallen wird. Gerade diese Unbeständigkeit aber macht Ozon ungeheuer interessant.
Das Ozon-Paradox
Tatsächlich polarisieren Ozons Filme in einem Maß, das in der heutigen Kulturlandschaft selten geworden ist. Deutlich wurde dies einmal mehr am Ende der Berliner Filmfestspiele, wo sein neuestes Werk «Angel», das nun im August in die deutschen Kinos kommt, als Abschlussfilm Premiere hatte. Die einen feierten den Film als späten Höhepunkt eines lauen Wettbewerbsjahrgangs, die anderen sahen mit «Angel» den Tiefpunkt ...
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