Neues aus dem wilden Osten

Einer neuen Generation rumänischer Dramatiker gelingt es in Rumänien noch allzu selten, die Bühnen zu erobern. Beim Heidelberger Stückemarkt war eine Werkschau zu sehen

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Neue Nachbarn lernt man kennen, indem man sich von ihnen Geschichten erzählen lässt. Wobei nicht nur der Inhalt, sondern vor allem auch die Art und Weise des Erzählens Aufschluss über die momentane Gemütslage, begründete und unbegründete Ängste und Hoffnungen geben können.

Seit der Heidelberger Stückemarkt vor einigen Jahren, noch unter Intendant Günther Beelitz, damit begonnen hat, neben deutschsprachigen Dramatikern jeweils ein Gastland mit Lesungen und Inszenierungen aktueller Stücke in den Fokus zu rücken, nutzt man dort, auch unter der neuen Leitung von Inten­dant Peter Spuhler und Schauspieldirektor Axel Preuß, gerne die Gelegenheit, neue Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, wie 2005 Ungarn oder im letzten Jahr Polen, aus theatralischer Perspektive zu erforschen.

Anders als die berühmte, inzwischen von Bonn nach Wiesbaden überführte Theaterbiennale «Neue Stücke aus Europa» mit ihrem babylonischen Sprachengewirr aus meist mehr als zwei Dutzend Nationalitäten, erlaubt der Heidelberger Stückemarkt durch die Konzentration auf jeweils einen Gast tiefere Einblicke in häufig auch gegenläufige simultane Entwicklungen innerhalb einer Region. So präsentiert sich in diesem Jahr das ...

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Theater heute August/September 2007
Rubrik: Ausland Rumänien, Seite 56
von Katharina Keim, Silvia Stammen

Vergriffen
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