Bodennebel und Baumstümpfe

Das Puppentheater Zwickau blickt durch die VR-Brille auf Goethes «Der Erlkönig»

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Auf den immersiven Effekt des Mediums zielt das Puppentheater Zwickau in seiner digitalen Bearbeitung von Goethes Ballade «Der Erlkönig» eher nicht ab. Aber die Idee, ein Zielpublikum ab 13 Jahren möglichst distanzlos in die fiktionale Welt eines literarisch eindrucksvollen Gruselstücks eintauchen zu lassen, in dem ein Vater ebenso verzwei -felt wie vergeblich um das Leben seines Kindes kämpft, ist als Vermittlungsansatz vielleicht auch wenig geeignet.

Zumal beim Puppentheater bereits genrespezifisch die Illusionskraft der Bühne ständig von der recht prosaischen Erkenntnis unterlaufen wird, dass hier Menschen Figuren und Objekte bewegen. 

Dass das Puppentheater Zwickau nun deutsche Balladen in «360° Virtual Puppetry» übersetzt und überregional per Post verschicken kann, ist zum einen der Corona-bedingten Vorstellungs-Zwangspause geschuldet, zum anderen den dadurch zusätzlich bereitgestellten Fördermitteln, wie beispielsweise dem «dive in – Programm für digitale Interaktionen» der Kulturstiftung des Bundes. In Form einer VR-Brille wird Theater also als Privatvorstellung im Wohnzimmer heimisch, wobei sich die zur Handhabung notwendigen technischen oder digitalen Voraussetzungen ...

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Theater heute 6 2022
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Anja Quickert

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