Die Frage, wie es gesagt wird
Beim Heidelberger Stückemarkt kann es passieren, dass ein Autor zum ersten Mal sein Werk gesprochen hört.
Philipp Gärtner ist es so ergangen, und als er nach der 40-minütigen Lesung aus seinem Drama «Olm» zum Nachgespräch auf die Bühne kam, sagte er: «Ich glaube, ich bin da hart an der Grenze der Verständlichkeit, vielleicht sollte ich noch mal ausmisten …?» Gärtner, das spürte man, war froh, dass «Olm», in dem es, grob gesagt, um ein Forschungsvorhaben zur Erprobung einer minimalinvasiven Energiegewinnungsanlage und im endlosen Fortgang beim Abstieg in eine Höhle letztlich um die planetare Katastrophe, in dem es also, kurz gesagt, um so ziemlich alles geht – dass dieses wuchtige Stück nicht als fertige Inszenierung zu sehen war, sondern «nur» in einer szenischen Einrichtung. Andererseits konnte er sich jetzt gar nicht mehr vorstellen, dass sein «Lesedrama» überhaupt fürs Theater geeignet ist, weshalb er möglicherweise ja einen Roman daraus machen könnte. Und als die Moderatorin und das Publikum noch wissen wollten, wie er eigentlich auf das komplizierte und ausufernde Thema gekommen war, strich sich der sympathische, etwas verwuschelte Mann durch die Haare und bezweifelte entwaffnend selbstironisch und abschließend, dass es in «Olm» tatsächlich so etwas wie ein Thema gibt. Gärtner verließ die Bühne unter viel Applaus. ...
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Theater heute 6 2022
Rubrik: Festivals, Seite 50
von Bernd Noack
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1. AKT
1.1 – Dena
Reiche Dena, Auftritt mit Grandezza. Publikum.
Dena Hi. Good Evening. Welcome. Musik. Falsche Musik. Andere Musik! Wieder falsche Musik. I wanted drums! Drums. I’m Dena Grigorova. I’m a Journalist. I grew up in a verarmte, bulgarische, griechisch-orthodoxe preachers-family. You can write that down. And I always wanted more money. Money to me war...
