Blick zurück auf jetzt

Die Münchner Kammerspiele präsentieren Uraufführungen von Thomas Köck in der Regie von Jan-Christoph Gockel und von Nora Abdel-Maksoud, inszeniert von ihr selbst

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Wann hat das eigentlich angefangen, dass aus der Zukunft als Verheißung oder zumindest offen gestaltbarem Raum ein zunehmend unaufhaltsam heranrollender Alptraum geworden ist? Und aus der Gegenwart mit all ihren Krisen und Verlockungen vor allem die Voraussetzung dafür? Mittlerweile stecken wir so tief drin in der Erwartung, dass alles nur noch schlimmer werden kann, dass aus der Suche nach dem Anfang der Spirale, den ersten gefallenen Maschen, die das Muster nun so nachhaltig stören, so etwas wie ein makabrer Zeitvertreib mit sarkastischem Unterhaltungswert geworden ist.

Ein Genre, dem Thomas Köck und Jan-Christoph Gockel gerade wieder einmal zu einem untergangsrauschhaften Höhepunkt verholfen haben.

Der vielfach ausgezeichnete österreichische Autor, unter anderem zweimaliger Gewinner des Mülheimer Dramatikerpreises, ist einer, der das dystopische Denken in musikalisch komponierten Sprachströmen und über Epochengrenzen hinaus zur Meisterschaft entwickelt hat. Auch jetzt in seinem neuen Auftragswerk «Eure Paläste sind leer (all we ever wanted)» für die Münchner Kammerspiele lässt er keinen Zweifel daran, dass wir schon bald selbst zu den Gespenstern der Vergangenheit zu rechnen ...

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Theater heute Januar 2022
Rubrik: Aufführungen, Seite 17
von Silvia Stammen

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