Bitte überstrapazieren!
Einsame Menschen? Ein ziemlich munteres Grüppchen quasselt da am Tisch auf der linken Bühnenseite in den Kammerspielen des Deutschen Theaters durcheinander. Sie stoßen mit dem Stanford-Intellektuellen Arno an auf ihr zufälliges Zusammentreffen im schönen Haus am Müggelsee: Hausherr Johannes, der Bestsellerautor mit Schreibblockade, seine Uraltfreundin Sophie und seine Mutter, die gerade Großmutter geworden ist.
Nur eine steht rechts am Rand, hat kein Glas und versucht vergeblich, sich reinzuquetschen in die frohe Runde: Käthe, die Mutter des gerade getauften Säuglings, Johannes’ Frau, die sich ihm hoffnungslos unterlegen fühlt, seit sie ihr Medizinstudium abbrach und Mutter wurde. Linn Reusse, die diese modernisierte Käthe-Version in Daniela Löffners Aktualisierung von Hauptmanns «Einsame Menschen» spielt, wird rabiat. Sie nimmt Arno die Brille von der Nase und setzt sie sich auf, lässt einen Festballon nach dem anderen platzen. Keiner sieht sie. Als sie Johannes küssen will, schreit das Baby. Abgang der Ungesehenen.
Im ersten Teil des dreistündigen Abends wird sie nicht aufhören, mit großer Unübersehbarkeit verzweifelt um die Rückkehr in die Präsenz zu ringen, vom Trägerröckchen ...
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Theater heute Januar 2022
Rubrik: Akteure, Seite 26
von Barbara Burckhardt
AACHEN, GRENZLANDTHEATER
18. nach Fallada, Kleiner Mann – was nun?
R. Susanne Schmelcher
AACHEN, THEATER
7. Handke, Kaspar
R. Christian von Treskow
13. Günther, Ad Memoriam (U)
R. Ulrike Günther 15. Shakespeare, Ein Sommernachtstraum
R. Roland Hüve
AALEN, THEATER DER STADT
8. Hübner und Nemitz, Furor
R. Tonio Kleinknecht
14. Dordoigne und Durand-Mauptit,...
Der Weg von den Schließfächern am Tor bis zu dem Trakt, in dem die Gefangenen «Ödipus» spielen, führt in eine parallele Welt. Nach Ausweis- und Impfpasskontrolle sowie einer überaus gründlichen Leibesvisitation trottet das Publikum übers Gelände der JVA Tegel, vorbei am winterlich tristen Garten mit Teich und Beton-Sitzgruppen, an zwei Sportplätzen, Schildern, die...
Irgendwann landet Marianne, eines der vielen «süßen Wiener Mädels» des abgründigen österreichisch-ungarischen Dramatikers Ödön von Horváth, die keinen Platz im Leben finden, nackt als Tableau vivant in einem Varieté. Meist wird das eindeutig erotisch gedeutet. Johan Simons und sein Ensemble legen diese Szene aus «Geschichten aus dem Wiener Wald» im Burgtheater...
