Bewegung an der Southbank
Scheinbar hat sich am National Theatre gar nicht so viel getan, seit Rufus Norris letzten Sommer seine allererste Spielzeit vorstellte. Der Mix aus Klassikern und neuen Stücken blieb erstaunlich stabil, wenn man bedenkt, dass Norris seinen Namen mit «New Writing» gemacht hat. Doch auf den zweiten Blick zeigen sich subtile Umgewichtungen. Norris ist – man höre und staune! – der erste Leiter des National seit Gründervater Laurence Olivier, der nicht in Cambridge studiert hat. Dementsprechend wichtig ist es ihm, die Institution auf jeder Ebene durchlässiger und zugänglicher zu machen.
In den nächsten fünf Jahren möchte er zu gleichen Teilen Frauen und Männer als Regisseure und Autoren am National sehen: dezidiert revolutionär an diesem traditionell männerdominierten Haus. Und in seinem ersten Arbeitsjahr in der Chefetage hat er es geschafft, den Anteil junger Besucher (unter 35) um 75 Prozent zu steigern. Vielleicht auch, weil er noch einen Tick gewagter programmiert als sein Vorgänger Nick Hytner. Zum Beispiel Annie Bakers «The Flick»: hochgelobt, aber für viele Zuschauer auch eine ordentliche Herausforderung ihrer Sehgewohnheiten.
Der Auftakt ist ein Blackout, aus dem bald eine ...
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