Mainz/Recklinghausen: Sündenfall im Kautschukboom

Staatstheater/Ruhrfestspiele: Thomas Köck «paradies fluten» (U)

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Die AfD stürmt die Landtage, der sogenannte IS attackiert europäische Werte und vermeintliche Sicherheiten, die postkoloniale Gegenwart holt uns in Form von Millionen Flüchtenden ein, und im Kino haben Superhelden und andere Weltretter Hochkonjunktur. Kein Wunder, dass Thomas Köcks «paradies fluten (verirrte sinfonie)» den sicheren Weltuntergang gleich an den Anfang stellt, das Verglühen allen Erdenlebens, wenn die Sonne sich in 1,3 Milliarden Jahren zum Roten Riesen aufblähen wird.

Es ist das Stück zum Zeitgeist, das ultimative Endspiel, in dem alles den Bach runtergeht – und das auf ziemlich größenwahnsinnige Art und Weise: Der mit dem Kleist-Förderpreis ausgezeichnete Text des 1986 geborenen Autors gliedert sich in drei Sätze mit Ouvertüre und Coda, als Besetzung stellt sich Köck «ein erschöpftes tanzensemble» und ein «ertrinkendes sinfonieorchester» vor, dazu noch eine Handvoll Schauspieler*innen als «postparzen» und «schreckgespenster». Gut gebrüllt, Löwe!

Die Uraufführungspraxis des deutschen Theaterbetriebs kommt aber etwas reduzierter daher. Für Sara Ostertags Uraufführungsinszenierung, eine Koproduktion von Ruhrfestspielen Recklinghausen und Staatstheater Mainz, reichen ...

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Theater heute November 2016
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Esther Boldt

Vergriffen
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