Betriebsfeier ohne Betrieb
Es gab einmal Firmen, die mieteten sich für einen Abend ein ganzes Stadttheater, um ihren Mitarbeitern in gediegenem Ambiente mit kulturellen und kulinarischen Häppchen herzlich Dankeschön für Treue und Engagement zu sagen. Auf der Bühne sah man dann unterhaltsame Darbietungen und irgendwann den Chef, der wie ein leutseliger Kammerschauspieler in einem endlosen Monolog vom echten Zusammengehörigkeitsgefühl in seinem Laden schwärmte und zur Sicherheit noch ein paar stirngerunzelte Sorgen-Sätze dranhängte, die schwierige wirtschaftliche Lage betreffend.
Ansonsten aber war man da heiter und ausgelassen, denn die Firma ließ sich ja wirklich mal nicht lumpen.
Als Kapitalismus noch nett war
Solcherart war der Abend «Die Menschen von Primondo und Quelle» im Fürther Stadttheater nicht. Das heißt: eine Art Betriebsfeier war er schon – nur gab es den Betrieb nicht mehr, und die Chefs konnten nicht mehr ausfindig gemacht werden. Deswegen nannten sie die Mitarbeiter, die nun stattdessen da oben auf der Bühne standen, auch ungeniert «Lumpen». Dass die wirtschaftliche Lage schlecht ist, wussten alle Beteiligten der Feier auch ohne Warnungen aus der Konzernspitze. Schließlich hatten sie, die ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Es beginnt schon im Programmheft zu Laurent Chétouanes Büchner-Inszenierung. Zwei Texte von Roland Barthes kreisen darin um den Zustand der Erschöpfung, des fundamentalen Überdrusses, davon, «von unserer Lebensweise, unserem Verhältnis zur Welt genug zu haben. ... Alles wiederholt sich, alles dreht sich im Kreis: die gleichen Aufgaben, die gleichen Begegnungen,...
Fernsehen
Montag, 1.
21.15, Theaterkanal: Gero von Boehm begegnet: Christoph Schlingensief
Dienstag, 2.
17.25, Theaterkanal: faust on speed – ein Faust remix – nach Goethe, mit dem Ensemble des Koblenzer Jugendtheaters. Aufzeichnung
aus der Akademie für Darstellende Kunst,
Ludwigsburg (2009)
19.00, Theaterkanal: Theaterlandschaften: das
Theater...
In der Regel formulieren wir unsere Erwartungen für die nähere und fernere Zukunft auf der Grundlage von Linearitätserwartungen: Ein Mehr an Investition wird nach gewisser Zeit auch zu einem Mehr an Erträgen führen, mehr Wissen ist die Grundlage größerer Bildung, und dementsprechend erwarten wir auch von einer Politik der Demokratisierung eine Ausdehnung und...
