Bei Hitlers im Schlafzimmer

McCarthy/Stangenberg «A&E / Adolf & Eva / Adam & Eve» im Deutschen Schauspielhaus Hamburg

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Noch bevor alle Zuschauer:innen ihre Plätze eingenommen haben, wird die vierte Wand durchbrochen. Und zwar vom Kamerakran, der weit in den Saal des Hamburger Schauspielhauses hineinfährt und dem Publikum so direkt auf die Pelle rückt. Auge in Kameraauge steht man sich da gegenüber, und das penetrant vor einem filmende Gerät erinnert dabei an das Monster, das im Horrorfilm «Alien» Sigourney Weaver ins Gesicht haucht: böse, bedrohlich, unangenehm.

 

Der Einstieg ist ein erster Hinweis darauf, was einen bei «A&E» erwartet, einer performativen Installation, die der US-Künstler Paul McCarthy und die Berliner Extremschauspielerin Lilith Stangenberg noch vor der offiziellen Saisoneröffnung in Hamburg realisiert haben: eine eng an der Ästhetik des Films gebaute Arbeit, die die am Deutschen Schauspielhaus ohnehin gepflegte Videobegeisterung noch einmal auf ein neues Level hebt. Was auf der Bühne passiert, wird mittels mehrerer Kameras (neben dem erwähnten Kran kommen auch noch eine Steadicam und eine stationäre Kamera zum Einsatz) direkt auf zwei Bildschirme übertragen, und wie Künstlersohn Damon McCarthy (Video-Regie) und Eric Treml (Director of Photography) das organisieren, das ist große ...

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Theater heute 10 2022
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Falk Schreiber

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