Wie die Äxte im Walde

nach Dostojewski «Schuld und Sühne» im Staatsschauspiel Stuttgart

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Tausend Äxte, die an Seilen vom Bühnenhimmel herabbaumeln, ein monströs großes Kruzifix, ein endlos langer Putin-Tisch, auf dem ein Spielzeugpanzer seine Runde dreht: Es sind eindrucksvolle Bilder, die Oliver Frljic gemeinsam mit Igor Pauška (Bühne) und Maja Mirkovic (Kostüme) für seine Adaption des Dostojewski-Romans «Schuld und Sühne» ausbaldowert hat. Die Frage stellt sich nur, inwiefern sie einen Mehrwert darstellen, der über den kurzzeitigen Überwältigungseffekt hinausgeht. Darstellerisch jedenfalls wird oft nur an der Oberfläche gekratzt.

Vieles bleibt Behauptung, verdeutlicht sich nicht durchs Spiel. 

Als da wäre die zentrale Gestalt Raskolnikow – in Dostojewskis meisterhafter Charakterstudie dargestellt als ein ständig fiebernder, halbverhungerter, von Selbstzweifeln und Schuldgefühlen gepeinigter Mann. Ein größenwahnsinniger, hochintelligenter, armer Jurastudent, der aus Habgier zum Doppelmörder wird. Er haut der Pfandleiherin ein Beil in den Kopf, und auch deren zufällig auftauchende Schwester muss dran glauben. Der Zweck heilige die Mittel, so Ras -kolnikow, wie im Falle Napoleons und anderer großer Männer. «Was bedeutet das Leben dieser bösen Alten?», denkt er, «doch ...

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Theater heute 10 2022
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Verena Großkreutz

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