Begeisterung über das eigene Tun
Seit zwei Jahren will das Neumarkt kein Theater mehr sein. Jedenfalls nicht im Namen. Nur noch «Neumarkt», bitte. Als «kleinstes Dreispartenhaus der Schweiz» hat das Direktorinnen-Trio Hayat Erdogan, Tine Milz und Julia Reichert dem Theater die Sparten Playground und Akademie beiseitegestellt, jüngst erweitert um das coronabedingt liebgewonnene Digital.
Während Akademie vortrags- und workshopartige Podien umfasst, steht Playground laut Selbstbeschreibung für «künstlerisches Experiment, spielerische Interventionen» und «Praxen der Kunstproduktion jenseits der eingespielten Räume und Routinen». Das klingt theoretisch alles neu und modern, kommt einem praktisch aber dann doch bekannt vor. Der Playground-Vertreter «Mimikry: Mater Dolorosa Bleed» etwa ist Mitmachtheater der alten und partizipativ-immersives Theater der neuen Art. Da wird sich im Kreis gestellt, werden Hocker hin- und hergetragen und zu Klatsch- und Fangspielen animiert. Drumherum gibt es Unterrichtsstunden, pardon: Classes. Schulhofatmosphäre total also, dicke Pausenbrote inklusive.
Denn das Gedankenspiel der Performancegruppe The Agency in Kooperation mit dem Neumarkt ist dieses: Das Publikum ist angetreten als ...
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Theater heute Januar 2022
Rubrik: Theatermodelle, Seite 34
von Valeria Heintges
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