Autopsie einer Revolution

nach George Orwell «Animal Farm» im Volkstheater München

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Hunde – waren das auf George Orwells «Animal Farm» nicht die bissigen Handlanger, mit denen die Schweine ihre neue Diktatur festigen? In Sapir Hellers Neufassung am Münchner Volkstheater trottet dagegen zu Beginn eine behäbige Hündin ostentativ harmlos nach vorn an die Rampe und erzählt lefzensynchron mit der Stimme von Philipp Lind aus dem Off, wie das damals war, als der junge Orwell bei einem Spaziergang über die Felder beobachtete, wie ein riesiges Arbeitspferd sich von einem kleinen Jungen lenken ließ, und daraufhin seine bittere Fabel über die russische Revolution und den St

alinismus erfand: Von den Haustieren, die den brutalen Bauern verjagen, bloß um sich wenig später unter der Herrschaft eines ebenso bösartigen Schweine-Diktators wiederzufinden – alle Tiere sind gleich, aber manche sind eben gleicher! 

Auf der Riesenbühne des neuen Volkstheaters kann sich ein einzelner Hund schon etwas verloren vorkommen. Nur gut, dass sein Herrchen oder Trainer gleich vorn in der ersten Reihe sitzt und ab und an zur Beruhigung ein Leckerli nach oben wirft. Denn – das kann man aus Hellers Inszenierung mitnehmen – Autonomie und Selbstverantwortung liegen nicht in der Natur eines oder einer ...

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Theater heute April 2022
Rubrik: Chronik, Seite 61
von Silvia Stammen

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