Auf der Gagrennbahn
Mal angenommen, die Personnage erklärte sich mit dem Komödienfinale à la Eugène Labiche nicht einverstanden. Der Galan der Ehefrau würde selbige also nicht wieder hergeben, der düpierte Ehemann wäre nicht so blöd, sich hinters Licht führen zu lassen, das Pferd des Privatiers Fadinard fräße auch den nächsten Florentinerhut oder der taube Onkel Vézinet bestünde darauf, dass es sich um sein Hochzeitsgeschenk handelt – was wäre dann? Alles wäre aus: Die notorisch leere Drohung des Schwiegervaters in spe, Nonancourt, bekäme plötzlich einen Sinn.
Und so endet Herbert Fritschs Inszenierung des «Florentinerhuts», der unter dem Titel «Pferd frisst Hut!» in der Übersetzung von Sabrina Zwach ein neues Outfit verpasst bekam: Alle fallen wie wahnsinnig übereinander her. Chaos regiert. Die Komik hat ihre versöhnende Kraft vollends preisgegeben, die sie in dieser Aufführung vom ersten Auftritt an konsequent aufs Spiel setzt, wenn das Riesenensemble, motiviert bis in die Fingerspitzen, das Zauberwörtchen «komisch» unisono zerdehnt und zerquetscht, als sollte ihm jede Magie ausgetrieben werden. Es wäre doch gelacht!
Dabei gibt es in dieser (zu) langen, brillant gespielten, musikalisch ...
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