Gespenstercomic
«Belebt den Markt! Gründet Unternehmen! Akkumuliert! Bereichert Euch!» – Was sich anhört wie die Schlagworte der neoliberalen Marktwirtschaft, sind die Slogans der Neuen Ökonomischen Politik (NEP) Lenins. Sebastian Baumgartens Inszenierung bläut sie uns zu Beginn mit Hilfe eines aus historischem Filmmaterial Eisensteins zusammenmontierten Propagandafilms für die NEP ein. Die scheinbar ganz auf die gesellschaftlichen Umstände der Sowjetunion der 20er Jahre zugeschnittene Satire Bulgakows wird zugleich in ihren historischen Zusammenhang eingeordnet und daraus befreit.
Bulgakow versammelt in seinem Stück eine bunte Schar von Nebenfiguren der frühen sowjetischen Gesellschaft: Die ehemals reiche Soja muss nun, um ihre Wohnung zu behalten, dort eine Schneiderei einrichten. Mit ihr lebt dort Oboljaninow, ein heroinsüchtiger «ehemaliger Graf». Dazu gesellt sich Amethystow, ein wendiger Macher, der sich mit allen Verhältnissen arrangieren kann. Er verwandelt Sojas Schneiderei abends in ein Etablissement, in dem die Damen mehr als nur imitierte Pariser Modellkleider anbieten. Außerdem gibt es zwei Chinesen, die den Grafen mit Rauschmitteln versorgen, ein attraktives Dienstmädchen und den ...
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Mal angenommen, die Personnage erklärte sich mit dem Komödienfinale à la Eugène Labiche nicht einverstanden. Der Galan der Ehefrau würde selbige also nicht wieder hergeben, der düpierte Ehemann wäre nicht so blöd, sich hinters Licht führen zu lassen, das Pferd des Privatiers Fadinard fräße auch den nächsten Florentinerhut oder der taube Onkel Vézinet bestünde...
Der Himmel setzte ein Zeichen. Kleists Dramen handeln ohnehin von einer höheren Ordnung, die menschliche Vernunft dumm aussehen lässt. Da mochte der Big Bang wohl passen. Just in dem Moment, da Dorfrichter Adam überführt wird und das Weite sucht, knallte ein Gewitter über dem Dach des Salzlagers der Kokerei Zollverein. Das wars aber auch schon mit den himmlischen...
Shakespeare? Blutiges englisches Königsdrama? Nein, Schiller, trockene deutsche Tragödienklassik. Und dennoch beginnt «Maria Stuart» in der grandiosen Zürcher Schiffbauhalle very british. Der Gitarrist Claus Boesser-Ferrari und der Stimmvirtuose Graham F. Valentine erklimmen zwei Podeste. Von dort aus erklingen luftige Renaissance-Songs; von dort aus überblicken...
