Neue Stücke

Uraufführungen im November

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Warum immer nur bärtige Kerle mit starkem Nahost-Akzent verdächtigen? Im Theater ist schließlich alles möglich. Die Schrifstellerin Juli Zeh hat deshalb «Der Kaktus» geschrieben, ein Stück, in dem der Titelheld in einem Schwanheimer Blumenfachhandel gestellt wird. Bettina Bruinier inszeniert am Münchner Volkstheater – ein einsamer Polizistenspaß inmitten von lauter DDR-Besinnlichkeiten und Mauerfallgedenken.

Am Staatstheater Darmstadt zum Beispiel lässt Kurt Drawert in «Das Gegenteil von gar nichts» zwei Wendeverlierer Bilanz ziehen (R.

Hermann Schein), am Maxim Gorki Theater Berlin lädt Armin Petras (in Koproduktion mit dem Anhaltinischen Theater Dessau) zu Einar Schleefs «Abschlussfeier» (geschrieben im zarten Alter von 18 Jahren), das Neue Theater Halle dramatisiert Christian Schwochows filmische Ostwest-Spurensuche «Novemberkind» (R. Tanja Richter), und Mareike Mikat hat am Centraltheater Leipzig eine Recherche zu Wendezeiten 10-15-jährige Böhse-Onkelz-Hörer erstellt: «FANZ 89/90».

Lea Rosh und Renate Kreibich-Fischer greifen ihr Erfolgskonzept vom vergangenen Jahr auf und fügen am Hans-Otto-Theater Potsdam den «Staatssicherheiten» das Dokustück «Vom Widerstehen» hinzu (R. ...

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Theater heute November 2009
Rubrik: Service, Seite 54
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Das Ich hat die Vollmacht

Endlich mal kein Abend nach Maß, sondern mit Übermaß! Im Saal dröhnen die Unmutsäußerungen: «Das ist doch kein Theater!» Zwei Drittel des Publikums verlassen die Aufführung vor der Zeit. Und das am eigentlich durch Experimentaltheater gestählten HAU2 des Hebbel-am-Ufer in Berlin!

 

Was war das für ein Auftakt für das 3. Nordwind-Festival: Die Ibsen-Travestie «Ein...

Hamburgische Dramaturgie

Zierlicher ist es, das neue Logo, mit dem Thalia-Intendant Joachim Lux die Litfaßsäulen Hamburgs schmücken ließ. Zierlicher, strenger und doch merkwürdig vertraut. Aus dem gemütlichen Thalia-Tempel Ulrich Khuons, über dem der Morgenstern aufging, ist mit denselben Stilmitteln ein Strichmännchen geworden, das jederzeit losmarschieren könnte: Kontinuität, Neubeginn...

Das Rundumglücklichpaket

Klüger und ausgewogener hätte kein Auftakt geplant werden können. Joseph Conrads Weltliteratur «Heart of the Darkness» auf der einen, das Auftragswerk an den Dramatiker Bärfuss auf der anderen Seite. Hier die Romanadaption zur Kolonialgeschichte, dort das zeitgeistige Ehedrama vor dem Hintergrund globaler Ölgeschäfte. Die Reise ins Fremde als Spiegel der eigenen...