Anyway the wind blows
Seine Titel sind oft kryptisch. Überraschend und irritierend. Oder auch nur unverständlich. Clemens J. Setz ist ein Meister der Doppelbödigkeit. Erst auf den zweiten Blick entdeckt man seinen Hintersinn.
So entpuppt sich die unscheinbare Waldrebe, eine schnell wachsende Kletterpflanze, die sich um Bäume rankt, aber auch bei der Begrünung von Gartenzäunen beliebt ist, bei näherer Betrachtung als Schlingpflanze, die sich unkontrolliert verbreitet und noch dazu giftig ist. Ähnlich wie Fake News, die, einmal in die Welt gesetzt, schwer zu stoppen sind. Oder wie die Liebe von Eltern zu ihrem Kind, die seltsame Blüten treiben kann, auch über den Tod hinaus. Etwas Beunruhigendes und Bedrohliches ist hier im Anmarsch.
Die Geschichte geht wie folgt: Konrad und Renate Herzer haben ihren achtjährigen Sohn David bei einem Autounfall verloren. Der Verlust reißt einen Abgrund in ihr Leben. Sie wollen, dass ihr Kind weiterlebt und sehen sich von nun an als Eltern eines behinderten, aber nicht toten Kindes. Sie behandeln David wie z. B. einen Demenz -patienten mit körperlichen und kognitiven Einschränkungen und halten ihn mit Hilfe der sozialen Medien am Leben. Sie bespielen einen eigenen Blog ...
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Theater heute Jahrbuch 2022
Rubrik: Neue Stücke, Seite 161
von Ingoh Brux
Muss man in Kriegszeiten Stücke über den Krieg schreiben oder lesen oder auf die Bühne bringen? Ist es überhaupt möglich, und welchen Nutzen könnte es haben? Lässt sich ästhetisch fassen, was gerade vorgeht? Und wenn Zuschauer: -innen es hierzulande im Theater betrachten, was könnte der Gewinn sein? Wer will das sehen? Und andererseits – wer stellt (sich) diese...
Theater heute
Die Theaterzeitschrift im 63. Jahrgang
Gegründet von Erhard Friedrich und Henning Rischbieter
Herausgeber
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
Redaktion Eva Behrendt, Franz Wille (V.i.S.d.P.)
Redaktionsbüro Katja Podzimski
Gestaltung Christian Henjes
Designkonzept Ludwig Wendt Art Direction
Redaktionsanschrift
Nestorstr. 8–9, 10709 Berlin,...
Möglicherweise waren es die plötzlich gewonnene Zeit des Reflektierens und die Leerlauf-Phasen der Lockdowns, die die strukturellen Probleme der Theaterbetriebe deutlicher denn je in aller Munde gebracht haben. Probleme, die lange vor sich hin gegärt haben und nun geradezu herausquellen aus den Theatern. Die Liste ist lang. Hat die Pandemie-Erfahrung zu einem...
