All die guten
Das Ambiente erinnert ernüchternd und nur zart überhöht an die Räumlichkeiten, in denen nicht nur vielerorts beschäftigte Bühnenbildner (hier: Bettina Meyer) vermutlich ihre feudalen Nächte zu verbringen pflegen: In subtilem Braun und Kackgrün gemusterte Auslegeware zieht sich auch noch die halbhohen Wänden hoch, Furnierholz ummantelt die sittsam getrennten Bettstätten, die Minibar markiert das Zentrum und der sparsam verteilte türkise Farbakzent den Gipfel innovativer Inneneinrichtungskunst.
Im Foyer erfreuen eine Schuhputzmaschine, ein vollgerauchter Standaschenbecher, ein Zimmerfarn und drei Neonröhren; von dort geht es umstandslos auf den Parkplatz mit Müllcontainer.
Was nur hat Minna, die sächsische Tochter aus gutem Hause mit Zofe und Louis-Vuitton-Gepäck, in diese Vertreter-Absteige für geschleifte Spesenkonten verschlagen? In Lessings 1767 vollendetem Lustspiel, in dem die «Ibis»-Herberge noch «Zum König von Spanien» heißt, ist sie auf der Suche nach ihrem Verlobten, dem Major von Tellheim, den es nach Ende des Siebenjährigen Krieges ins preußische Machtzentrum Berlin getrieben hat, um Rehabilitierung zu finden: Als Folge einer edlen Tat im Kriege, die ihm die Liebe des ...
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Wenn die Götter den Osten lieben, dann behalten sie es jedenfalls auffällig für sich. Der Dürre-Sommer 2003 ließ in Brandenburg die Felder vertrocknen, die Duschen in den Camping-Plätzen versiegen, und die anhaltende Medien-Krise hat die freischaffende Architekturkritikerin Lissie Kelch obendrein den letzten Job gekostet. Worauf sie ihren Kleinwagen voll lädt und...
Hund, Katze, Maus. Nein, falsch, ein Kind ist’s, das da – Punkt, Punkt, Komma, Strich – entsteht. Und eine Hose. Ein Fernseher. Ein König: den Kopf durch die Papierwand gesteckt und die Krone einfach drübergemalt. So ein König aber, der hat’s nicht leicht, ist einsam ohne Frau. Und alle anderen sind nur scharf auf seinen Job. Gut ist es da, wenn man ein paar...
Auf der nach republikanischer und demokratischer Ausrichtung hin geteilten rot-blauen Landkarte der Vereinigten Staaten pflanzt das Schauspiel Köln sein Fähnchen der Aufrechten mitten hinein ins Red-Retro-Country. Das Feindbild Bush verlangt nach Engagement – gemäß dem Spielzeit-Motto «Was tun», das ohne Fragezeichen daherkommt und folglich Handlungskompetenz...
