24 Stunden aus dem Leben einer Frau

nach Rebecca Watson «Little Scratch» am Schaupielhaus Wien

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Die englische Autorin Rebecca Watson beschreibt in ihrem Debütroman «Little Scratch» (2021) einen ganz normalen Tag im Leben einer jungen Frau, die als Redaktionsassistentin bei einer Zeitung arbeitet. Um 7.30 Uhr läutet der Wecker, sie steht auf, putzt sich die Zähne, läuft zum Bahnhof, fährt ins Büro, setzt sich dort an ihren «beschissenen» Schreibtisch, tauscht zwischendurch Nachrichten mit ihrem Freund («Freu mich auf später. Kuss») und versucht ständig, das dringende Bedürfnis zu unterdrücken, sich zu kratzen.

Sie telefoniert mit einem lästigen Leser, bucht einen Flug für ihren Chef, geht auf Mittagspause. Nach Dienstschluss trifft sie ihren Freund, sie besuchen eine Lesung, gehen anschließend gemeinsam nach Hause und haben Sex. Danach schläft sie ein, der Tag und der Roman sind zu Ende.

Soweit die reichlich unspektakuläre, äußere Handlung. Darunter aber tut sich ein Abgrund auf: Die Frau ist vor Kurzem vergewaltigt worden, und zwar von ihrem Chef. Das Kratzen, bei dem schon mal Blut fließt, ist vermutlich eine Folgeerscheinung, und natürlich muss sie immer wieder an die Tat denken. Näheres erfahren wir darüber aber nicht, es geht Watson darum, dass und wie das Leben ...

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Theater heute Juli 2026
Rubrik: Chronik, Seite 66
von Wolfgang Kralicek

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