2001 – und dahinter die Unendlichkeit
Im Tagebuch vom Dezember 1985 notiert Andrej Tarkowski – exakt ein Jahr vor seinem Tod –, dass er für eine Vorlesung in Stockholm vier Illustrationen von Filmszenen benötige: Buñuels «Los Olvidados» – der Traum mit dem Fleisch; Bergmans «Wilde Erdbeeren» – der Traum mit dem Sarg auf der Waldlichtung; Fellinis «Achteinhalb» – der freudianische Anfang im Tunnel; «Solaris» – die Traumszene mit der Mutter. Tarkowski stellt sich damit in die Reihe der großen Träumer der Filmkunst, deren Traummaschine Traumwahrheit produziert.
Das meint für Tarkowskis «Solaris»: die Macht des Glaubens, Gefühls und Geheimnisses wertebewusst zu behaupten.
Der Psychologe Kris Kelvin hat den Auftrag, das seltsame Verhalten einer Dreier-Gruppe von Wissenschaftlern auf einer Raumstation zu untersuchen. Sie befindet sich über dem Planeten Solaris, dessen stiller Ozean eine Art intelligenter Substanz darstellt, die mittels «Spiegelung» und «Verstärkung» manipulativ auf die menschlichen «Ritter vom heiligen Kontakt» (so der Forscher Snaut) einwirkt. Diese Energie bewirkt, dass die Erdlinge von «Gästen» heimgesucht werden, «F-Gebilden», die – aus Bildern ihres Unbewussten aufsteigend – sich konkretisieren und ...
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Ein kluger und neugieriger Beobachter von Theater, Georg Hensel, schrieb: «In den sechziger Jahren krempelte Minks das, was man bis dahin unter Bühnenbild verstand, gründlich und nachhaltig um. Er hat dem Theater neue Spielräume und Spielformen erschlossen: die reißerische Signalwirkung der Zeichen und der Zitate aus Schrift, Historie und Malerei; die Konzentration...
Das Schlimmste, was ihrem Stück auf dem Theater passieren könne, sagt Anja Hilling, sei, dass auf der Bühne wirklich Gulasch gekocht werde. Nun wurde bei der inoffiziellen Uraufführung von «Mein junges idiotisches Herz» im Werkraum der Münchner Kammerspielen dieses Gulasch nicht nur gekocht, sondern am Ende der Vorstellung auch noch von allen Schauspielern...
Émile Durkheim erklärte 1897 den Selbstmord als soziales Phänomen. Rund hundert Jahre später hat Jon Fosse ein Stück über den Selbstmord einer jungen Frau geschrieben, in dem er bewusst weder individuelle Geschichten noch gesellschaftliche Zusammenhänge thematisiert. Dennoch werden Einsamkeit und Sprachverarmung seiner Figuren zu einem Thermometer für die...
