Aug in Aug mit dem Tod
Émile Durkheim erklärte 1897 den Selbstmord als soziales Phänomen. Rund hundert Jahre später hat Jon Fosse ein Stück über den Selbstmord einer jungen Frau geschrieben, in dem er bewusst weder individuelle Geschichten noch gesellschaftliche Zusammenhänge thematisiert. Dennoch werden Einsamkeit und Sprachverarmung seiner Figuren zu einem Thermometer für die gesellschaftliche Befindlichkeit.
In «Todesvariationen» erscheint das Thema des Selbstmordes zunächst als eine Beschwörungselegie des Todes, verrätselt in der schwärmerisch traumwandlerischen Anziehung von Mensch und Tod (Die Tochter: «Und ruhig / ist es / ein ruhiges Ausruhen / wie wenn man dasitzt und aufs Meer sieht / einfach dasitzt / das Meer sieht / so ruhig»). Der Tod tritt in der Figur eines «Freundes» auf, nach dem sich die junge Selbstmörderin sehnt und der ihr doch fern bleibt («Wir sind einander nah / und so weit entfernt / voneinander»). Doch bleibt es nicht beim romantischen Motiv, denn in der Sprache der Figuren drückt sich die Sterbenskälte sozialer Einsamkeit aus. Wie eine zähe und stockende Masse lässt sie immer nur kleinste Verschiebungen zu und macht ein Vorankommen unmöglich; Sätze bleiben in der Luft hängen ...
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Ein Familienvater kehrt aus dem Lager zurück....
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