Zwischen Pappmaschee, Primadonnen und Polyester

Im Jahr seines 100. Geburtstags soll die zeitweilig gestoppte Sanierung des Teatro Colón in Buenos Aires fortgesetzt werden. Wann (und ob) das Haus wieder Oper spielt, ist indes völlig ungeklärt

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Unter dicken Schichten von Baustaub liegt das Teatro Colón derzeit wie tot. Dem Zuschauerraum fehlt die Bestuhlung. Vom fünften Rang herab verhüllen Plastikplanen die alte Pracht. Die finstere Stille im größten und bedeutendsten Opernhaus Südamerikas indes täuscht. In Wirklichkeit ist das Gebäude offen. Was die vielen Musiker mit Instrumenten hier tun, wollen wir von der Architektin Silvia Fajre wissen, die zu einer Exklusiv-Führung geladen hat. «Die sollten eigentlich nicht da sein», fasst sie unter verzweifeltem Lachen der Zuhörer die Lage zusammen. Diese ist deprimierend genug.


Nach einem Jahr ruhender Baugeschäfte – das Geld war ausgegangen! – sollen ab August 2008 die Mittel wieder fließen, um die jahrelange Generalsanierung abzuschließen. 30 von 45 Maßnahmen seien bereits vollendet, sagt Frau Fajre. Doch diese Auskunft weckt eher Verdacht. Einige Beobachter vor Ort bezweifeln, ob das Haus jemals wieder eröffnet wird.
Das mag übertrieben sein. Daniel Barenboim, der mit der Berliner Staatskapelle im Mai eigentlich zur Wiedereröffnung angereist war, verkündete vor Ort kämpferisch eine Rückkehr für 2010 – um das Haus hoffentlich zu eröffnen. Dann feiert Argentinien die ...

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Opernwelt August 2008
Rubrik: Magazin, Seite 37
von Kai Luehrs-Kaiser

Vergriffen
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