Zwischen Aufbruch und Ärgernis

Ein Symposium zur Situation der Berliner Opernhäuser Auszüge aus der Eröffnungsrede

Opernwelt - Logo

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

ich kann mir gut vorstellen, dass viele von Ihnen heute mit Skepsis ins Radialsystem gekommen sind. Sagen wir es mit einem Titel von Botho Strauß: Bekannte Gesichter – gemischte Gefühle. Was sollen sie denn bringen, solche Diskussionsrunden? Ist es nicht immer dasselbe: Letztlich reden die Beteiligten erst höflich, dann zunehmend genervt und teilweise auch taktisch aneinander vorbei. Und das geht ohne Mühe, weil die Aspekte, die Inhalte, die Zahlen so vielfältig sind, dass jeder sich herauspicken kann, was er braucht.

Ist nicht zum Thema des heutigen Abends fast alles gesagt? Klare Antwort: Ja! Es ist fast alles gesagt, aber das bedeutet nicht, dass auch alles funktioniert. Der geradezu hysterische Vorlauf, den diese Veranstaltung evoziert hat, und die Entwicklung der letzten Wochen, das alles zeigt, wie heikel und wie labil die Gesamtsituation der drei Opernhäuser in Berlin ist. Handstreichartig wird der Stiftungsdirektor ausgetauscht; ein Intendant wird an die Staatsoper berufen, und alle fragen sich, ob sich mit ihm wirklich ein Weg in die Zukunft verbindet. Die Deutsche Oper schlägt Alarm, rechnet ein Millionendefizit bis 2014 vor, muss ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt April 2009
Rubrik: Forum, Seite 26
von Stephan Mösch

Vergriffen
Weitere Beiträge
Der Ursprung ist das Ziel

Das Wagnis einer abenteuerlichen Zeitreise in die Vergangenheit stand auf dem Programm der 32. Karlsruher Händel-Festspiele: die historisch genaue Bühnenumsetzung von Händels Oper «Radamisto» 289 Jahre nach ihrer ersten Aufführung im Londoner King’s Theatre 1720. Wie es geklungen hat, glauben wir nach fünfzig Jahren Umgang mit der historisch informierten...

Gleißende Düsternis

Da sitzt er nun am Lido in Venedig, so steif wie sein Anzug, und quält sich mit Selbstzweifeln, während die anderen dem bunten Strandtreiben nachgehen. Dichterfürst Gustav von Aschenbach ist vor einer Schaffenskrise nach Italien geflohen, aber seine Lebenslüge holt ihn unbarmherzig ein, und seine unterdrückten Triebe geraten in einen letztlich tödlichen Konflikt...

Großes Theater in «Big D»

Dallas wird in der Popkultur gern als Hauptstadt der Öl-Barone porträtiert. Ganz im Gegensatz zu diesem Klischee hat der vom Öl herrührende Reichtum aus Dallas während der letzten Jahre zunehmend eine Kulturstadt gemacht. Nicht erst mit dem Morton H. Meyerson Symphony Center, entworfen von dem berühmten Architekten I. M. Pei, mit dem Kimball Art Museum und unlängst...