Reiz der Nische
In den achtziger Jahren begann das italienische Label Nuova Era den auf dem Opernsektor etwas festgefahrenen Schallplattenmarkt durch Ausgrabungen oft entlegener Werke vor allem aus der Ära des Belcanto aufzumischen. Der Reiz der Neuheit musste bei diesen Publikationen oft beträchtliche klangtechnische und auch künstlerische Defizite aufwiegen. Sobald der Sammlerehrgeiz befriedigt war, verschwanden die Aufnahmen wieder aus dem Angebot. Zwanzig Jahre später erleben einige Titel bei einem neuen deutschen Vertrieb eine preisgünstige und handliche Neuauflage.
Im Booklet sind die Libretti zwar nur auf Italienisch abgedruckt, die seriösen Werkeinführungen aber auch auf Deutsch.
Mit «La pietra del paragone» (Der Prüfstein, 1812) stieß der 20-jährige Rossini die Tür zur Trias seiner komischen Meisterwerke («Italiana», «Barbiere», «Cenerentola») auf. Im Libretto Luigi Romanellis verbindet sich der Verkleidungsmummenschanz der neapolitanischen Opera buffa mit der psychologisierenden Charakterkomik der Goldoni-Komödien, die Partitur nimmt von der Gewittermusik bis zu den virtuosen Verwirrungsensembles die späteren Opern vorweg. Die Live-Aufnahme aus Modena ist allerdings nicht immer auf ...
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Das Wagnis einer abenteuerlichen Zeitreise in die Vergangenheit stand auf dem Programm der 32. Karlsruher Händel-Festspiele: die historisch genaue Bühnenumsetzung von Händels Oper «Radamisto» 289 Jahre nach ihrer ersten Aufführung im Londoner King’s Theatre 1720. Wie es geklungen hat, glauben wir nach fünfzig Jahren Umgang mit der historisch informierten...
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Haydn auf der Opernbühne – auch im Jubiläumsjahr ist das die Ausnahme. Die Zürcher Oper kann sich rühmen, sein heiteres Pastoraldrama «La fedeltà premiata» aus der Eszterházy-Zeit immerhin schon einmal, 1975, zehn Jahre nach der ersten Edition, auf die Bretter gebracht zu haben: damals in Szene gesetzt vom großen Jean-Pierre Ponnelle, als Schäferspiel im Ambiente...
