Reiz der Nische
In den achtziger Jahren begann das italienische Label Nuova Era den auf dem Opernsektor etwas festgefahrenen Schallplattenmarkt durch Ausgrabungen oft entlegener Werke vor allem aus der Ära des Belcanto aufzumischen. Der Reiz der Neuheit musste bei diesen Publikationen oft beträchtliche klangtechnische und auch künstlerische Defizite aufwiegen. Sobald der Sammlerehrgeiz befriedigt war, verschwanden die Aufnahmen wieder aus dem Angebot. Zwanzig Jahre später erleben einige Titel bei einem neuen deutschen Vertrieb eine preisgünstige und handliche Neuauflage.
Im Booklet sind die Libretti zwar nur auf Italienisch abgedruckt, die seriösen Werkeinführungen aber auch auf Deutsch.
Mit «La pietra del paragone» (Der Prüfstein, 1812) stieß der 20-jährige Rossini die Tür zur Trias seiner komischen Meisterwerke («Italiana», «Barbiere», «Cenerentola») auf. Im Libretto Luigi Romanellis verbindet sich der Verkleidungsmummenschanz der neapolitanischen Opera buffa mit der psychologisierenden Charakterkomik der Goldoni-Komödien, die Partitur nimmt von der Gewittermusik bis zu den virtuosen Verwirrungsensembles die späteren Opern vorweg. Die Live-Aufnahme aus Modena ist allerdings nicht immer auf ...
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Ein Symbol Berlins? Na klar, das Brandenburger Tor. Die Opernhäuser jedenfalls sind es nicht. Haben sie eine Chance, es jemals zu werden? Wie könnten sie dahin kommen? «Zwischen Aufbruch und Ärgernis» hieß ein Diskussionsabend am 16. Februar, zu dem «Opernwelt» gemeinsam mit der Stiftung Zukunft Berlin und der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste eingeladen...
Von Londons Bussen heißt es, erst käme keiner – und dann gleich drei auf einmal. Ähnliches könnte man von «Partenope» sagen. Für die zweite Londoner Akademie Händels geschaffen, inspiriert von der Opera seria neapolitanischer Faktur, war dieses 1730 uraufgeführte Werk lange ein Geheimtipp für Kenner– trotz bemerkenswerter Aufführungen wie etwa jene 2001 bei den...
Roman Brogli-Sacher, Lübecks seit Neuestem auch Regie führender GMD, ist nicht der Erste, der die Korrespondenz der «Salome»-Partitur zur bildenden Kunst entdeckt hat, aber er hat mit dem von Ulrike Radichevich zum Bühnenbild umfunktionierten Gemälde «Ad Parnassum» von Paul Klee eine besonders überzeugende Trouvaille vorgestellt: ein Bild von einer die Musik...
