Bieito, der Biedermann

Basel, Berg: Lulu

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Auf Bildern ist Marisol Montalvo eine perfekte Lulu. Im Programmheft findet man die dunkelhäutige Schönheit: schlank, unbezähmbar, mit wild funkelnden Augen und irrem Lachen, überwältigt von Lust, ganz hingegeben an den Moment, kindlich und doch höchst gefährlich. Und denkt: Wer sonst als sie sollte die Lulu singen, dieses mythische Frauenwesen, diese Projektionsfläche für männliche Fantasien, dieses «schöne, wilde Tier», das Liebhaber scharenweise um den Verstand bringt und ins Verderben stürzt?
Die Realität auf der Baseler Bühne ist dann ernüchternd.

Gehemmt agiert Montalvo, vorsichtig, mit angezogener Handbremse, als traue sie der Rolle nicht, als hätte sie sie nicht schon oft in Berlin, Paris und anderswo gesungen. Eine Lulu muss an die Grenzen gehen, darf nicht durch des Gedankens Blässe angekränkelt sein. Montalvo aber ist eine Zweiflerin, und so klingt auch ihre Stimme, die allzu oft – etwa im «Lied der Lulu» – glanzlos ist, dünn und dazu weniger textverständlich. Das Sinfonieorchester Basel unter Gabriel Feltz bietet mit seinem langsamen, wattierten Spiel keinen Ankerpunkt.
Haushohe Poster der splitternackten Marisol Montalvo dekorieren das erste Bild. Regisseur Calixto ...

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Opernwelt April 2009
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Udo Badelt

Vergriffen
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