Zurück zu den Anfängen

Olga Peretyatko besinnt sich auf Opernarien von Gioacchino Rossini

Opernwelt - Logo

Rossini hat Olga Peretyatko Glück gebracht. Auftritte beim Festival in Pesaro haben ihrer Karriere seit 2006 jenen Schwung gegeben, der sie an viele große Bühnen der Welt führen sollte. Einige Rossini-Arien hatte die Sängerin schon auf ihrem vor vier Jahren erschienenen Debütalbum «La bellezza del canto» gesungen, das jüngste Album ist nun ganz der Musik dieses Komponisten gewidmet – obwohl sich Peretyatko schon längst ein ganz anderes Repertoire erobert hat und stimmlich neue Wege zu suchen scheint.

Noch aber ist zu hören, dass sie bei Rossini gut aufgehoben ist.

Die Auswahl der Arien aus sechs Opern gibt sowohl einen schönen Einblick in die wunderbare Vielfalt des
Musikdramatikers als auch in die Vielseitigkeit seiner Interpretin. Die Szene der Contessa di Folleville aus «Il viaggio a Reims» ist ein Kabinettstück dezenter, ja beinahe absurder Komik, für das Peretyatko ebenso den richtigen Ton trifft wie für Corinnas harfenbegleitete Pseudo-Improvisation aus demselben Werk, das eine sich selbst nicht allzu ernst nehmende Sing-Tragödin verlangt.

In Amenaides Kerkerarie aus «Tancredi» gelingen der Sängerin dunk­le Schmerzenstöne, in Semiramides «Bel raggio lusinghier» kann sie die ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2015
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 43
von Thomas Seedorf

Weitere Beiträge
Gesundgeschrumpft?

Die Caracalla-Thermen in Rom haben schon einiges erlebt. Ihr Erbauer Kaiser Caracalla – er regierte im dritten Jahrhundert und hieß eigentlich Lucius Septimius Bassianus – ging als Terrorregent in die Geschichte ein. Im sechsten Jahrhundert zerstörten die Goten die Wasserzufuhr und machten dem Badebetrieb ein Ende. Renaissance-Päpste brachen die Marmorverkleidung...

Ohne Schummeln

Während des Finales des diesjährigen Belvedere Wettbewerbs, das nach 2013 zum zweiten Mal in Amsterdam ausgetragen wurde, dachten wir an Anselm Gerhards «Einspruch aus dem Elfenbeintrum» im Juli-Heft und seine Forderung nach expressivem, wenn nötig hässlichem Gesang. Freilich, was unter Donizetti und Verdi als hässlich galt, ginge heute vermutlich als schön...

Produktive Überforderung

Brünnhilde will nicht. «Heil, dir, Sonne!» drei, vier, fünf Meter über dem Boden? «Da kann ich nicht frei singen», sagt Judith Németh. Das Schwanken, der Schwindel, das Herzrasen. Schon der Blick auf die Gondel, in der die Walküre im dritten «Siegfried»-Akt aus der Tiefe auffahren soll, dem Liebeslicht entgegen, bis das wallende Brautkleid die Bühne füllt, macht...