Zufall gibt es nicht
In der Kunst, den rechten Augenblick zu finden, macht Mara Eggert niemand so leicht etwas vor. «Es kommt oft vor, dass ein Dramaturg sich ein Foto einer bestimmten Szene wünscht, weil dann eine wichtige Textstelle gesungen wird. Aber man kann Bilder ja nicht hören – und optisch deutet nichts auf die Besonderheit des Moments hin.» Sichtbar wird der Moment oft erst an einer ganz anderen Stelle. «Dann muss ich Überzeugungsarbeit leisten.» Eingefangen hat sie den richtigen Moment natürlich ohnehin.
Mara Eggert, geboren in Rostock, aufgewachsen an der Ostsee, flieht 1951 aus der DDR, übersiedelt nach Heidelberg und schließt dort erst das Gymnasium und dann eine Ausbildung zur Fotografin ab. Eigentlich hatte sie Malerin werden wollen. «Aber je mehr ich mich damit beschäftigte, desto mehr erkannte ich meine Grenzen. Ich wäre sicher eine ganz passable Grafikerin geworden, aber nicht annähernd das, was meine Ansprüche an mich selbst erfüllt hätte.» Also Fotografie, «den Blick, den es dafür braucht, hatte ich ja». Der Weg hinter die Kamera führt über den Film, «ich hatte das Glück, Anfang der 1960er-Jahre bei Michael Ballhaus in Baden-Baden Standfotografie zu machen». Dabei prägte sie die für ...
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