Zufall gibt es nicht

Alles hängt davon ab, im richtigen Moment auszulösen. Und das hat für Mara Eggert weniger mit Instinkt als mit Geduld und Erfahrung zu tun

Opernwelt - Logo

In der Kunst, den rechten Augenblick zu finden, macht Mara Eggert niemand so leicht etwas vor. «Es kommt oft vor, dass ein Dramaturg sich ein Foto einer bestimmten Szene wünscht, weil dann eine wichtige Textstelle gesungen wird. Aber man kann Bilder ja nicht hören – und optisch deutet nichts auf die Besonderheit des Moments hin.» Sichtbar wird der Moment oft erst an einer ganz anderen Stelle. «Dann muss ich Überzeugungsarbeit leisten.» Eingefangen hat sie den richtigen Moment natürlich ohnehin.

Mara Eggert, geboren in Rostock, aufgewachsen an der Ostsee, flieht 1951 aus der DDR, übersiedelt nach Heidelberg und schließt dort erst das Gymnasium und dann eine Ausbildung zur Fotografin ab. Eigentlich hatte sie Malerin werden wollen. «Aber je mehr ich mich damit beschäftigte, desto mehr erkannte ich meine Grenzen. Ich wäre sicher eine ganz passable Grafikerin geworden, aber nicht annähernd das, was meine Ansprüche an mich selbst erfüllt hätte.» Also Fotografie, «den Blick, den es dafür braucht, hatte ich ja». Der Weg hinter die Kamera führt über den Film, «ich hatte das Glück, Anfang der 1960er-Jahre bei Michael Ballhaus in Baden-Baden Standfotografie zu machen». Dabei prägte sie die für ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2017
Rubrik: Das Theaterfoto, Seite 44
von Florian Zinnecker

Vergriffen
Weitere Beiträge
Hm!

Als das Opernhaus Zürich – lang ist’s her – noch Stadttheater hieß, wurde dort auch die «Silberne Operette» gehegt. Mancher kennt heute noch den Namen des Haustenors, der unbeschreiblich populär gewesen sein muss. Er hieß (oder nannte sich) Max Lichtegg und war Pole. Vielleicht erinnern sich die ganz alten Herrschaften jetzt an ihn. Denn sein polnischer Nachfahre...

Verschenkt

Verstand schafft Leiden. Dieses Apodiktum aus Alexander Gribojedows (1795 – 1829) gleichnamigem Theaterstück ist in Russland längst zum geflügelten Wort geworden. Denn die Wut auf die Moskauer Elitenclique trieb beileibe nicht nur Chazky, den scharfsinnigen Helden der Verskomödie, um. Auch deren Verfasser kannte das Gefühl von Ohnmacht hinlänglich. Gribojedow, der...

Countertreffen

René Jacobs gehört seit Jahrzehnten zu den Dirigenten, die mit ihren Interpretationen im Repertoire zwischen Monteverdi und Mozart neue Maßstäbe setzen. Darüber ist fast in Vergessenheit geraten, dass Jacobs einer der führenden Counterte­nöre Europas war. Über viele Jahre hat er parallel gesungen und dirigiert. Erst 1997 beendete er seine Sängerkarriere, um sich...