Zeitreise
Hat dieser Mann mit den diversen Namen etwas gelernt im Laufe der zwei Jahrhunderte, in dem wir ihm an diesem Abend an der Norwegischen Oper in Oslo begegnen, im Rahmen eines so nie zuvor dagewesenen Opern-Triptychons? Zu Beginn, in Schumanns Liedzyklus «Frauenliebe und -leben», spielt John Lundgren den Hausherrn eines vornehmen Stadtpalais, der zur musikalischen Soiree mit einer jungen Sängerin geladen hat.
Ingeborg Gillebo gibt diese Künstlerin, und sie stimmt die 1840 komponierten Lieder mit der gewinnend warmen Lyrik ihres Mezzosoprans am heimischen Steinway an, pointillistisch zart begleitet von Håvard Gimse. Ihr liedgemäß erzromantisches Sehnen wird alsbald erfüllt: Er reicht der Schönheit ebenjenen Ring, den die kongenial vertonten Gedichtzeilen Adelbert von Chamissos überschwänglich rühmen.
Neun Monate später scheint auch sie die Erwartungen des Gatten erfüllt zu haben, indem sie ein Kind zur Welt bringt. Bis hierhin (über)zeichnet die Inszenierung von Tobias Kratzer die Figuren zwar mit köstlicher Komik im historisierenden Ambiente einer gediegenen Biedermeier-Bürgerlichkeit, bleibt aber noch nah an den Inhalten, die Chamisso und Schumann vorgeben. Danach jedoch gehen die ...
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Opernwelt März 2024
Rubrik: Panorama, Seite 36
von Peter Krause
Nachts, so heißt es, seien alle Katzen grau. Auch in einer Bibliothek. Doch manchmal huschen auch kleine Kobolde durch das Reich der Göttin Nyx, zumindest in Romanen, die «Mitternachtskinder» heißen und aus der Feder eines der größten Erzähler-Phantasten unserer Zeit stammen. Salman Rushdies Roman aus dem Jahr 1981 ist zum Verlieben schön. Aber ist es auch einer...
arte
02.03. – 05.05 Uhr
Bedřich Smetana: Dalibor
Die Prager Oper zeigt Smetanas Vertonung der Sage um den böhmischen Ritter Dalibor, der im Gefängnis so herzzerreißend Geige spielen lernt, dass sich täglich Menschen um den Gefängnisturm scharen, um ihm zuzuhören. Den Abschluss der Opernspielzeit des Prager Nationaltheaters im März 2020 dirigierte Jaroslav Kyzlink,...
Irgendwann treibt es sie fast alle dahin, die im deutsch-lyrischen Fach sozialisierten Taminos und Belmontes. Als ob der Lohengrin eine natürliche Karrierefolge wäre, so trudeln früh die Angebote ein für den angeblich «italienischsten» aller Wagner-Helden. Daniel Behle hat den Gralsritter seit einiger Zeit im Repertoire und ihn zuletzt in Amsterdam (sehr gut)...
