Sternengesang
Benjamin Brittens grandioser Opernerstling «Peter Grimes» gehört zu den wenigen Werken des modernen Musiktheaters, die Eingang ins Repertoire auch kleinerer Bühnen gefunden haben. Dabei stellt das Stück um den tragischen Outcast, der von den bigotten Bewohnern eines englischen Fischerdorfs in den Tod getrieben wird, allein schon aufgrund des groß -besetzten Orchesters, der riesigen Chorpartie und der Vielzahl an Solisten erhebliche Anforderungen.
Aber kann eine Aufführung funktionieren, bei der die Besetzung auf 45 Orchestermusiker sowie einen kaum größeren Chor reduziert wird?
Die Antwort, die das unter Andreas Hotz engagiert spielende Orchester sowie der von Sierd Quarré einstudierte, homogen singende Chor am Theater Osnabrück geben, ist ein eindeutiges «Ja!». Hotz gelingt es, die Härte und herbe Schönheit von Brittens polystilistischer Partitur, ihre eruptiven Ausbrüche wie meditativen Momente gleichermaßen zu akzentuieren, aber auch die sarkastisch verfremdete Folklore etwa der Barmusik oder der Shanties bruchlos in den Ablauf einzubetten. Der in den Holzbläsern und Streichern impressionistisch flirrende Klang des Meers wie die vom massiven Blech entfesselte Wut des Sturms ...
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Opernwelt März 2024
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Uwe Schweikert
arte
02.03. – 05.05 Uhr
Bedřich Smetana: Dalibor
Die Prager Oper zeigt Smetanas Vertonung der Sage um den böhmischen Ritter Dalibor, der im Gefängnis so herzzerreißend Geige spielen lernt, dass sich täglich Menschen um den Gefängnisturm scharen, um ihm zuzuhören. Den Abschluss der Opernspielzeit des Prager Nationaltheaters im März 2020 dirigierte Jaroslav Kyzlink,...
Waltet hier Gottes Zorn? Tatsache ist: Der finale Sturm fegt den Erzvater samt seinen beiden Erben auseinander und zwingt sie, einen Unterschlupf vor der aufbrausenden Naturgewalt zu finden. Wie gut, dass der Alte den jungen Leuten zuvor seinen stattlichen Landbesitz vermacht hatte, damit dort die Versöhnung von Palästinensern und Juden gedeihen möge. Was aber...
Jean-Marie Leclairs am 4. Oktober 1746 in der Pariser Académie royal de musique uraufgeführte Tragédie «Scylla et Glaucus» war ein schneidender Misserfolg und wurde trotz einer sofortigen Überarbeitung bereits zwei Monate später nach 18 Vorstellungen abgesetzt. Es sollte der einzige Ausflug des berühmten Geigers und Instrumentalkomponisten in die Oper bleiben. Erst...
