Zauberin auf Lichtsuche
Es könnte ein Bild für die Götter sein – wie sie da so sitzt auf einer Parkbank an der Frankfurter Allee, neben sich eine Tragetasche, und in den Himmel über Berlin blinzelt, leicht versonnen, gedankenversunken, nachdenklich, so ganz anders eben, als man sie von der Bühne her kennt. Aber es ist dieselbe Frau, dieselbe Künstlerin, nur eben abseits des Rampenlichts. Authentisch, das wird Simone Kermes im Verlauf des Gesprächs im «Café Tasso» an der Frankfurter Allee sagen, sei sie da wie dort. Anders könne sie gar nicht. Auch wenn es Menschen gibt, die das kaum glauben mögen.
Klischees entstehen, wenn Narrative in die falsche Richtung gelenkt werden. Das ist so im Sport, in der Politik, und in der Kunst ist es auch so. Das Klischee, mit dem Simone Kermes seit vielen Jahrzehnten konfrontiert wird, besagt, dass sie ein verrücktes Huhn ist: exaltiert, extravertiert, extravagant. Und das stimmt ja zunächst auch einmal. Die Sopranistin mit der unverwechselbaren glockenhellen Stimme (ja, sie hat sie immer noch, man kann es auf ihrem kürzlich erschienenen Album «Luce» nachhören) liebt es, für Minuten oder Stunden eine andere zu sein; vor allem liebt sie es, Kostüme überzustreifen, in denen ...
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Opernwelt September/Oktober 2026
Rubrik: Porträt, Seite 90
von
Zurück vom Ring!», schleudert Hagen am Schluss von Richard Wagners «Götterdämmerung» den Rheintöchtern entgegen, bevor sie ihn mit sich in die Tiefe ziehen. Hagens Warnruf ist zugleich Wagners eigenes Schlusswort am Ende der Tetralogie, sein Fazit nach 16 Stunden Nibelungen-Musikdrama. Und hätte er, wie geplant, sein Bayreuther Festspielhaus tatsächlich nach der...
arte
05.09. – 23.05 Uhr
Kissinger Sommer 2025
Tschechische Philharmonie
Beim Kissinger Sommer standen im vergangenen Jahr ausschließlich Werke tschechischer und französischer Komponisten auf dem Programm. Maurice Ravels «La Valse» eröffnete den Abend, gefolgt von Saint-Saëns’ Erstem Cellokonzert und Dvořáks «Slawischen Tänzen».
06.09. – 17.45 Uhr
Concerto per...
Bis heute übt Johann Wolfgang von Goethes «Erlkönig» eine große Faszination auf Komponisten aus. Etwa 40 Vertonungen der Ballade hat die Pianistin Doriana Tchakarova identifiziert, dreizehn davon (die jüngste stammt vom 1967 geborenen Stefan Schulzki) hat sie nun mit dem Bariton Johannes Held aufgenommen. Was reizt zur musikalischen Gestaltung? Die Dramatik des...
