Das Unsagbare und das Unaussprechliche
Die Frage, was Musik ist, in ihrer klanglichen wie semantischen und semiotischen Bedeutung, hat nicht nur etliche Komponisten und nachschöpferische Interpreten immer wieder beschäftigt, sondern im besonderen Maß (und mit besonderem Blick auf die geheimnisvolle Aura dieser Kunstform) auch jene (Musik-)Philosophen, denen sie am Herzen lag. Die vielleicht konziseste Charakterisierung verdanken wir Claude Lévy-Straus: «Musik ist Sprache minus Bedeutung [...] vom Sinn losgelöst und dem Laut verhaftet.
» Eine der tief- und hintergründigsten Beschreibungen hingegen stammt von Pierre Bourdieu: «Die Musik», heißt es in seinem, sich auf Kant beziehenden Tractatus logicus «Der feine Unterschied», sei «die ‹reine› Kunst schlechthin – sie sagt nicht aus, und sie hat nichts zu sagen [...] Die Musik verkörpert die radikale, die umfassende Gestalt jener Verleugnung der Welt, zumal der gesellschaftlichen, welche das bürgerliche Ethos allen Kunstformen abverlangt».
In seinem Buch mit dem eher schlichten Titel «Die Stimme der Musik» zitiert Claus-Steffen Mahnkopf den französischen Philosophen, und das nicht von ungefähr. Auch Mahnkopf sucht nach der Sprachwirklichkeit und -mächtigkeit des Klingenden, ...
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Opernwelt September/Oktober 2026
Rubrik: Medien, Seite 61
von Jürgen Otten
JUBILARE
Julia Varady gab ihr Debüt 1962 an der Ungarischen Staatsoper Cluj, wo sie beispielsweise als Orpheus in Glucks «Orfeo ed Euridice» und Fiordiligi in Mozarts «Così fan tutte» auf sich aufmerksam machte. Christoph von Dohnányi holte die Sängerin 1970 – sie hatte inzwischen den Wechsel ins Sopranfach vollzogen – an die Frankfurter Oper. 1971 wurde Varady bei...
ML = Musikalische Leitung I = Inszenierung B = Bühnenbild K = Kostüme C = Chor S = Solisten P = Premiere UA = Uraufführung
DEUTSCHLAND
Aachen Theater Aachen
www.theateraachen.de
– Verdi, Don Carlo: 10. (P), 15., 30.10. ML: Török, I+B: Tzavara, K: Hiller, S: Barberi, Rojas, Ruvalcaba, Bell, Lawreszuk, Akbari, Popova, Franssen – Donizetti, L’elisir d’amore: 25.10.
...
Das Motto der zweiten Festival-Ausgabe unter Leitung der Komponistin Silvia Colasanti lautet «Mediterraneo». Gemeint ist damit weniger ein geographischer Raum als vielmehr ein kulturelles Gedächtnis. Die drei Opernproduktionen erzählen nicht vom Vergangenen als Museum, sondern von dessen Ursprung als künstlerischer Möglichkeit. Der Eröffnungsabend verbindet dabei...
